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Chinesischer Drache verzögert Firmenübernahme

Die Übernahme von Uster Technologies ist wegen eines chinesischen Ministeriums ins Stocken geraten. Denn während der Neujahrsfeiern geht gar nichts mehr.

Von Stefan Krähenbühl Uster – Wenn China Neujahr feiert, steht das öffentliche Leben still. Vergangene Woche herrschte nicht nur im Land der Mitte Ausnahmezustand. Mehr als eine Milliarde Menschen begrüsste das neue Jahr – von der Mongolei bis nach Vietnam. Und damit das Tier, das 2012 repräsentativen Charakter besitzt: den Wasserdrachen. Das Fabeltier steht bei den Chinesen hoch im Kurs. Es soll als Glückssymbol eine erfolgreiche Zukunft versprechen. Vor allem Geschäftsleuten soll es gewogen sein. Auf das Glück des Drachens hofft auch Uster Technologies. Das Unternehmen steckt mit dem japanischen Aktionär Toyota mitten in der Übernahmephase. Seit Anfang November liegt die Absicht von Toyota auf dem Tisch, dass der Konzern eine Mehrheitsbeteiligung übernehme. Der Aktiendeal mit dem ehemaligen Hauptaktionär Alpha ist unter Dach und Fach. Damit hält Toyota 50,4 Prozent der Aktien. Doch noch fehlt die Bestätigung des chinesischen Handelsministeriums Mofcom über den Alpha-Toyota-Aktienhandel. Wegen der chinesischen Neujahrsfeier hat sich das Verfahren bereits zum zweiten Mal verzögert. Vom Mofcon hängt dieser Tage viel ab. Die Behörde setzt mit ihrem Segen die weitere Übernahme in Bewegung. Erst dann wird Toyota den Minderheitsaktionären von Uster Technologies ein öffentliches Kaufangebot unterbreiten. Und erst dann wird Toyota in der Lage sein, die angestrebten 100 Prozent der Aktien zu übernehmen.Max Zellweger, Verwaltungsratspräsident von Uster Technologies, rechnet fest mit der Zusage. «Die Situation ist völlig unproblematisch», sagt er. «Aber solche Verfahren benötigen Zeit.» Dass der Handel von Schweizer Aktien zwischen einer französischen Beteiligungsfirma und einem japanischen Grosskonzern in China bewilligt werden muss, liegt an der starken Verankerung von Uster Technologies im Markt. Das Handelsministerium hatte befürchtet, dass Alpha mit der neuen Beteiligung an der Wetziker Uster-Konkurrenzfirma Loepfe eine zu starke Marktstellung bekommen könnte. Eine Trotzreaktion gegen die Mofcom-Auflagen war keine Option. Sie wäre wohl mit dem Ausschluss aus dem chinesischen Markt quittiert worden, dem Hauptmarkt von Uster Technologies. Wie Zellweger sagt, reagieren die Aktionäre verständnisvoll auf die Verzögerung. Auch an der Schweizer Börse notiert der Titel seit Bekanntgabe der Übernahme stabil. «Der Handel ist ruhig», sagt er. «Lediglich kleine Volumen wechseln die Besitzer, die grossen Investoren sind alle noch an Bord.» «Uster Technologies: Industrieperle will ihre Haut teuer verkaufen», Seite 37

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