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Busse für Hanfbauer

Weil Bauer Markus Müller seinen Tieren Hanf füttern wollte, verknurrte ihn das Gericht gestern zu einer Busse von 250 Franken.

Im Schopf von Bauer Markus Müller lagern seit mehr als einem Jahr 1300 Kilogramm Futterhanf. Jetzt muss der Wangenrieder die Hanfwürfel vernichten. Dies hat das Gericht Aarwangen gestern entschieden. Zudem wurde Müller zu einer Busse von 250 Franken verknurrt, weil er beabsichtigt hatte, den Hanf seinen Tieren zu verfüttern. Freigesprochen wurde Bauer Müller hingegen vom Vorwurf, gegen das Landwirtschaftsgesetz verstossen zu haben. «Die einschlägigen Bestimmungen enthalten kein ausdrückliches Verbot, diese Sorte Hanf anzubauen», sagte Gerichtspräsident Roland Richner. «Kein Gericht darf einen Angeschuldigten für etwas verurteilen, das nicht verboten ist». Und Richner fügte hinzu: «Es ist nicht ganz klar, ob die Zentralverwaltung all die Gesetze und die Verordnungen wirklich im Griff hat.» Fakt ist aber: Gegen das Lebensmittelgesetz hat Müller verstossen. Laut diesem ist das Verkaufen und das Verfüttern von Hanf an Tiere verboten, und zwar weil – so zitierte Richner die einschlägigen Paragrafen – «eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann». Es sei dabei etwas zu Stande gekommen, das Bauer Müller wohl so nicht gewollt habe, meinte er noch. Da half es auch nichts, dass der Angeklagte darauf hinwies, dass in andern Kantonen das Füttern von Trockenhanf nicht geahndet werde. Müller sagte sogar, dass andernorts im Kanton Bern mit solchem Hanf ungestraft gehandelt werde. Bei Müllers Hanf handelt es sich um eine Sorte mit nur etwa einem Prozent berauschenden THC-Gehalts – für die Herstellung von Haschisch ist es laut Müller «völlig ungeeignet». «Wenn Sie diesen Hanf rauchen, bekommen sie höchstens eine Rauchvergiftung», erklärte Müller dem Richter. Doch diese Argumente überzeugten den Richter nicht. Er verurteilte Bauer Müller zu einer Busse von 250 Franken. Zudem muss er die Verfahrenskosten von 300 Franken berappen. Eduard Nacht>

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