Zum Hauptinhalt springen

Bülacher märten für Walliser Unwetter-Opfer

Am Bülacher Weihnachtsmarkt vom kommenden Wochenende wird für Betroffene des Unwetters im Lötschental gesammelt.

Von Kathrin Morf Bülach – Wenn von Freitag bis Sonntag viele Besucher an den Bülacher Weihnachtsmarkt strömen, freut dies nicht nur die Standbetreiber, sondern auch die Bewohner des Lötschentals. Denn an einem Marktstand beim Rathausbrunnen sammeln Bülacher und Walliser gemeinsam für die Leidtragenden des Unwetters vom 10. Oktober. In den 70er-Jahren kauften Arnold «Noldi» Müller und seine Frau Susanne eine Ferienwohnung in Wiler im Lötschental. Das Entsetzen des heute 63-Jährigen war gross, als er am Fernsehen mitverfolgen musste, wie das Unwetter wütete. Flüsse und Bäche traten über die Ufer, woraufhin Schlamm- und Gerölllawinen Strassen und Lawinendämme zerstörten, Brücken und Wanderwege fortschwemmten und einen Schaden von rund 20 Millionen Franken verursachten. Viele seiner Bekannten waren betroffen.Während in Wiler die langwierigen Aufräumarbeiten begannen, überlegten die «Bülacher Walliser», was sie tun konnten. Susanne Müller hatte den Einfall, am hiesigen Weihnachtsmarkt Geld fürs Lötschental zu sammeln. Raclette und Marktschreier «Wir freuen uns über jede Sammelaktion», sagt Talratspräsident Beat Reider gegenüber der «Rhone-Zeitung», die über das Bülacher Projekt berichtete. Selbst mit der Unterstützung von Bund und Kanton würden noch Schäden in Millionenhöhe bleiben. Derweil gründeten die Müllers gemeinsam mit Maria und Hans Schemidt den Verein «Unwetterschäden Lötschental – Bülacher helfen» und begeisterten so manchen Lötschentaler für die Aktion. Viele der Bergler entsandten Produkte aus ihrer Heimat ins Zürcher Unterland, damit diese am Markt in Bülach verkauft werden können. Trockenfleisch, Mutschli-Käse, Fruchtbrote, Salben aus Naturprodukten und schaurig-schöne Holzmasken stehen von Freitag bis Sonntag zum Verkauf. Weiter stellen die Bülacher am Markt einen Spendentopf auf, ein Lötschentaler Beizer lädt zum Raclette-Plausch und der Gemeindepräsident von Wiler versucht sich als Marktschreier. Schliesslich werden Ferien im Wallis verlost, und das Lötschentaler Tourismusbüro umgarnt potenzielle Feriengäste. «Bleiben wegen der Unwetterschäden die Touristen weg, leiden die Talbewohner doppelt», gibt Noldi Müller zu bedenken. Susanne und Arnold Müller (vorne) sowie Hans und Maria Schemidt packen Ware aus dem Lötschental aus. Foto: Sibylle Meier

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch