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Bülach verliert Kulturzentrum

Endgültig Schluss mit Guss: Am Samstag wurde das Kulturzentrum mit einer letzten Feier symbolisch zu Grabe getragen. Wut und Trauer waren zu spüren.

Von Livio Liechti Bülach – Auf dem Tresen der Kulturkantine stand eine weisse Trauerkerze, wie man sie auf Friedhöfen findet. Daneben eine schlichte Inschrift: «Guss 81-80. 2003–2010. R. I. P.». Die Symbolik passte gut zur Stimmung am Samstagabend. Als spätnachts im Lokal die Lichter ausgingen, war die Institution Guss 81-80 endgültig Geschichte. Doch bevor man den Verein zu Grabe trug, wurde noch ein letztes Mal gefeiert und auf die bewegte Geschichte zurückgeblickt. Bei vielen der Anwesenden schwankten die Gefühle zwischen Trauer und Freude, Enttäuschung und Wut. Markus Kick, der bis zum Schluss als Zentrumsleiter fungiert hat, ist von der Schliessung besonders hart betroffen. Er und seine fünf Angestellten verloren mit dem Ende von Guss 81-80 gleichzeitig ihren Arbeitsplatz. «Ich bin ziemlich enttäuscht. Als Stadt mit rund 18 000 Einwohnern braucht Bülach unbedingt eine Institution, wo kulturelles Leben gepflegt werden kann. Ich hoffe nun für die Zukunft, dass irgendwann wieder etwas Ähnliches entstehen wird», sagte Kick. Lokal nur noch zur Miete Für den Verein «Kultur Zunder» wird mit der Schliessung vieles schwieriger. «Wir können zwar auch in Zukunft das Lokal für Anlässe mieten», meinte Vereinspräsidentin Doris Weidmann. «Dann müssen wir aber auf einen Grossteil der bisherigen Infrastruktur wie Bar und Technik verzichten. Das bringt viel Mehraufwand mit sich. Trotzdem versuchen wir, irgendwie weiterzumachen», gab sich die Vereinspräsidentin kämpferisch. Für Rolf Hiltebrand, ehemals langjähriger Zentrumsleiter, geht mit der Schliessung ein Stück Heimat verloren: «Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt und extrem viel Positives erlebt. Bisher konnten die Jugendlichen hier relativ einfach gute Anlässe organisieren, nun fällt dieses Angebot einfach weg.» Und Guss-81-80-Vereinspräsident Dieter Liechti ergänzte: «Wir hätten noch so viel vorgehabt. Es wäre wunderbar gewesen. Nun sind wir traurig und auch ein wenig wütend.» Der Kreis schliesst sich Als letzte Band in der Geschichte des Kulturzentrums Guss 81-80 standen an diesem Abend The Sinful Saints auf der Bühne. Für sie hatte der Auftritt eine besondere Bedeutung. Vor etwas mehr als vier Jahren spielten die vier Musiker an derselben Stelle das erste Konzert ihrer Bandgeschichte.

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