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«Blosses Taktieren ist blanker Zynismus»

AtomkatastropheDas Unglück in Japan und seine Folgen für die Schweiz,TA vom 16./17. März Keine Technologie ist sicher. In das grosse Mitleiden mit den schwerstgeprüften Menschen in Japan mischt sich die ganz grosse Wut auf gewisse Politik- und Wirtschaftskreise in unserem Lande, welche jetzt wahlwirksame Betroffenheit und vermeintlich verantwortungsvolle Entscheide zelebrieren: Das Bewilligungsverfahren für neue Atomkraftwerke wird (einstweilen) ausgesetzt. Welch unerträglicher Hohn spricht aus solchem Gebaren. Frau Leuthard, die sich mit Kalkül in das Energiedepartement gedrängt hat, um dort einer immer schamloser auftretenden AKW-Profit-Wirtschaft (die Atomlobby höhnt nur über die nicht förderungswürdige Stromgewinnung aus erneuerbaren Energiequellen) eine strahlende Zukunft zu bereiten, hat Kreide gefressen und will nun ernsthaft die AKW-Problematik neu abklären. Interessant: Es wurde uns doch schon seit langem und immer wieder versichert, dass man bereits alle Abklärungen genauestens gemacht hat. Nur eines verschweigt man noch immer: Keine Technologie ist jemals sicher. Und wenn nur der allerkleinste Risikorest so gross bleibt, dass der Menschheit, der Natur, der Schöpfung millionenfacher und jahrhundertelanger schwerer Schaden droht, dann ist blosses politisches Taktieren blanker Zynismus. Jost Nussbaumer, St. Gallen Sicherheit der Wirtschaft geopfert. Die Atomkatastrophe in Fukushima führt uns das alltäglich latent vorhandene Risiko der Atomwirtschaft vor Augen. Die Sicherheit wurde kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteilen geopfert. Um das Ausmass der Katastrophe nicht noch grösser werden zu lassen, kämpfen die im Werk verbleibenden Arbeiter – kaum freiwillig – gegen die apokalyptischen Bedingungen und werden dies wohl mit ihrem Leben bezahlen. Die verantwortlichen Betreiber und auch die Politik, welche ein solches Risiko bisher mit zweifelhaften Berechnungen legitimiert hat, werden wohl kaum zur Rechenschaft gezogen. Eine solch verantwortungslose Wirtschaftspolitik, sei es die Atomwirtschaft oder der Export von Kriegsmaterial an totalitäre, die Demokratie unterdrückende Staaten, macht fassungslos. Ohne eine grundsätzliche Korrektur, werden die Auswirkungen dieses Verhaltens auch auf die vermeintlich sichere Schweiz zurückfallen. Lukas Spuhler, Wislikofen Ernst der Lage noch nicht erkannt. Ich rege mich darüber auf, dass in den Medien nach wie vor geschrieben oder gesagt wird, man versuche, den Super-GAU zu verhindern. Für mich gibt es keinen Unterschied zwischen GAU und Super-GAU. Wenn radioaktive Stoffe aus einem Kernkraftwerk austreten können, ist dies in jedem Fall eine Katastrophe für die ganze Menschheit. Leider gibt es noch immer zu viele, die dies noch nicht realisiert haben. Kurt Senti, Rüdlingen Die Risiken trägt der Steuerzahler. Der heutige Atomstrom aus unseren AKW ist nur so günstig, weil für diese Kraftwerke keine Versicherungen für die vorhandenen Risiken vorgeschrieben und auch nicht vorhanden sind. Diese Deckung wird vom Bund übernommen. Die Kraftwerke produzieren also ihren Strom, ohne die bei der Produktion entstehenden Risiken zu versichern, keine Versicherung ist bereit, diese Risiken zu versichern. Die Risiken trägt der Bund und der Steuerzahler, die Gewinne bekommen die Kraftwerkgesellschaften. Wenn die Risikokosten auch dem Strom belastet würden, wäre die alternative Energie konkurrenzfähig. Bruno Weber, Hedingen Gefahr von Anschlägen. Seit dem Erdbeben in Japan verfolge ich das Geschehen und die daraus folgenden Diskussionen in den Medien. Ich werde den Verdacht nicht los, dass in den Szenarien über das Restrisiko bei AKW ein sehr schwerwiegendes Argument verdrängt oder ganz einfach verschwiegen wird: AKW bieten eine riesige Angriffsfläche für terroristische Anschläge. Zum Glück ist dieser Fall bisher nicht eingetreten. Ein AKW vor Terrorismus zu schützen ist so gut wie unmöglich. AKW sollten allein schon aus diesem Grund abgeschaltet, abgeschafft und durch umweltfreundliche Energiequellen ersetzt werden. Jürg Burkhart, Bern «Es wurde uns doch schon seit langem immer wiederversichert, dass man alle Abklärungen gemacht hat.» Stiller Moment am Rande einer Demonstration gegen Atomenergie in Genf.Foto: Keystone

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