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Bitte nicht schütteln

Soweit es die Gesichtsmasken zuliessen, atmeten nach Monaten des Bangens und Zitterns und Desinfizierens und Hyperventilierens viele auf: «Die Schweinegrippe ist vorbei», sagte der Berner Immunologe Beda Stalder in dieser Zeitung. Manche trauen der vom Experten verkündeten Entspannung an der Seuchenfront aber noch nicht. Statt zur Tagesordnung überzugehen, bis von einem südamerikanischen oder asiatischen Hinterhof aus die nächste Killerepidemie den Erdball umrundet, beugen sie weiter auf Bakterie komm raus vor. Erst, wenn das Bundesamt für Gesundheit den Komiker Beat Schlatter vor der «Tagesschau» verkünden lässt, dass das Problem jetzt zu hundert Prozent und für alle Zeiten gelöst sei, verräumen sie den Tamiflu-Vorrat von der Küche in den Keller. Solange keine Ämter Entwarnung geben, sondern nur Leute, für die Viren zum täglichen Brot gehören, hystern sie weiter. Inzwischen opfern sie auf dem Altar der Prävention auch jahrtausendealte Anstandsregeln: «Um die Verbreitung der Schweinegrippe bestmöglich zu verhindern, müssen wir zu Ihrer und unserer Sicherheit zurzeit auf das Händeschütteln verzichten», teilt ein Burgdorfer Stellenvermittlungsbüro seiner Kundschaft auf einem Zettel an der Eingangstüre allen Ernstes mit. Falls dieses Beispiel Nachahmer findet – was es so sicher wird, wie die nächste Pandemie kommt –, müssen sich auch die Besucher der Emmentaler Rotlichtlokale auf gewisse Änderungen im Service gefasst machen. jho>

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