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Bewegende Kirchengeschichten

Einer Ehebrecherin machten die Kirchenoberen einen Holzblock am Bein fest.Anekdoten wie diese zeigt eine Ausstellung zur Geschichte der Kirche Maur.

Von Annette Saloma-Huber Maur – Salome Hurter aus Maur am Greifensee hielt nicht viel von Konventionen. Sie trieb sich herum, ging fremd, war selten zu Hause. Den Kirchenoberen war sie deshalb ein Dorn im Auge. Sie bestraften die Frau, indem sie ihr mit einem Eisenring einen Holzblock ans Bein legten und schliesslich die Exkommunikation anordneten. Es war die härteste kirchliche Strafe und bedeutete nicht nur den Ausschluss vom Abendmahl, sondern auch aus der sozialen Gemeinschaft. Passiert ist dies im Jahre 1762, als Kirche und Staat noch nicht getrennt waren und die Kirche als oberste moralische Instanz galt. Die Geschichte von Salome Hurter ist in den Protokollen der damaligen Kirchenpflege festgehalten. Sie ist nur eine von vielen, die in den drei Räumen der Ausstellung über 500 Jahre Kirche Maur zu lesen ist. Die Ausstellung ist sehr schlicht gehalten und verzichtet ganz auf audiovisuelle Hilfsmittel. Besucher mit Stehvermögen Die Besucher müssen Stehvermögen, gute Augen und Ausdauer mitbringen. Wer angesichts der unzähligen Texte nicht schon am Eingang wieder kehrtmacht, erfährt viel Interessantes: Es werden nicht nur 500 Jahre Kirchengeschichte aufgerollt. Die Besucher werden bis ins 9. Jahrhundert zurückgeführt, als das Gut Maur – ursprünglich ein fränkisches Königsgut – in den Besitz des Zürcher Fraumünsters überging. Weniger weit zurück liegt eine archäologische Grabung im Jahre 1969. Damals entdeckte man im Boden unter dem Kirchenschiff Reste eines Friedhofs, vermutlich aus dem 7. Jahrhundert. Im Grab eines 15-jährigen Mädchens wurde eine Brosche gefunden – das Original besitzt das Landesmuseum in Zürich, eine Kopie liegt in Maur. Die Ausstellung ist in der Kunstkammer in der Burg in Maur noch bis 2. September 2012 zu besichtigen.

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