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Betreibungsamt versteigert Zweiräder

33 Velos und 4 Töffs wechseln den Besitzer. Das Amt nimmt in einer Stunde 1090 Franken ein.

Von Werner Frei Wila – Gegen 50 Personen und vereinzelte Händler scharen sich vor dem Betreibungs- und Gemeindeammannamt in Wila. Sie interessieren sich für die 98 Fahrräder, die 3 Roller oder das Mofa. Zuvor durften sie die Fahrzeuge probefahren, prüften die Bremsen, testeten die Gangschaltungen und schätzten die verschiedenen Mängel kritisch ein. Es ist 10 Uhr. Gantausruferin Verena Meier preist das erste Fahrrad an. «Schon oft habe ich Liegenschaften versteigert, aber Velos noch nie.» Gefunden wurden die Zweiräder in den vergangenen fünf Jahren in den Gemeinden Bauma, Sternenberg, Wila und Wildberg. Dann drohte das Lager zu platzen.Der Ausruf beginnt immer beim gleichen Grundgebot: «Nur 10 Franken für die Nummer 2 – inklusive Znünitäschli.» So geht es Schlag auf Schlag. Die meisten Käufer warten auf das Velo, welches sie bei der Besichtigung ausgewählt hatten. Kommt ihr Kandidat unter den Hammer, können sie ihre Anspannung nicht mehr verstecken: Sie erstarren, ihr Blick fixiert das Wunschvelo – bietet niemand mit, ist Entwarnung angesagt. Es ist, als ob sie dies aus der Starre lösen würde.Doch wehe, gegenüber hebt sich eine andere Hand. Schritt um Schritt erhöhen sich die Gebote – starke Nerven sind gefordert. «Aber ich will es, ich habe keines», entfährt es einer Frau. Und die anderen Bieter zeigen sich barmherzig. Das Velo findet für 150 Franken eine glückliche Besitzerin. Doch das ist noch nicht der Bestseller des Tages. Zu diesem wird der rote Puch Maxi – das Mofa steht zu hinterst in der Reihe. «Störi» steht auf dem Tank, aber das ist nicht die ursprüngliche Zweckbestimmung des Töfflis, sondern der Name des Händlers in Herisau. Die Angebote springen von 40 auf 100, dann auf 250 und enden schliesslich bei 290 Franken. Das eigene Velo entdeckt Für das eigene Velo 10 Franken bezahlen? Das passiert jener Wilemerin, die eigentlich nur Posten gehen wollte und beim Vorbeigehen unter den Velos ihr eigenes entdeckt. «Im letzten Sommer ist es mir auf dem TCS-Parkplatz in Tablat gestohlen worden.» Sie holt zu Hause ihren Versicherungsausweis, und siehe da, die Rahmennummer stimmt. Verena Meier (r.) versteigert Zweiräder in Wila. Foto: Werner Frei

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