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Behinderte Frauen stellen ihre Werke aus

Eine Woche lang zeigen die geistig behinderten Frauen des Herrliberger Heims Rütibühl in der Galerie Vogtei Kunsthandwerk und Bilder, die sie in den Therapiewerkstätten herstellen.

Herrliberg. - Farbenfrohe Bilder mit Blumen, Schmetterlingen, Landschaften und Engelmotiven hängen dieser Tage in der Galerie Vogtei in Herrliberg. Eine dreiteilige Bilderserie etwa ist mit Hunderten von Buntstiftstrichen gemalt. Eine mit Farbstift und Wachsmalkreide gemalte Kartenreihe lässt bei genauem Hinschauen kleine versteckte Gesichter erkennen. Da sind Seidengemälde mit grossflächigen Blumenmustern in satten Farben und andere mit einem naiven Einschlag.

Jedes der rund 50 Exponate, darunter Bilder, Foulards und kleine Objekte wie bemalte Blumentöpfe und Mobiles, hat einen ausgeprägten eigenen Stil.

Geschaffen haben diese Kunstwerke 18 Frauen mit einer geistigen Behinderung vom Heim Rütibühl oberhalb von Herrliberg. Für einmal können sie ihr künstlerisches Talent in einem gebührenden Rahmen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Mit der Kurzausstellung «Summer Special» bietet die Galerie Vogtei einmal im Jahr einem speziellen Künstlerkreis eine Plattform.

Künstlerisches Niveau überzeugte

Sich kreativ auszudrücken, gehört zum Alltag der Frauen im Rütibühl. In fünf Beschäftigungswerkstätten werden unter Anleitung von Fachpersonen verschiedene Kreativ-Techniken praktiziert. «Unsere Frauen besitzen eine starke expressive Kraft», sagt Heimleiter Martin Knoth. Lag der Schwerpunkt bislang auf textilem Arbeiten, ist nun verstärkt das Malen und im Hinblick auf die Ausstellung auch die Seidenmalerei gefördert worden. Katja Gruyer, eine der Werkstattleiterinnen, sagt: «Wir geben unseren Bewohnerinnen zum Teil Vorlagen, oder es ergeben sich Ideen aus Gesprächen. Die Frauen holen ihre Bilderwelten hervor und machen entweder Skizzen oder malen einfach drauflos.» Sie könnten sehr lange bei einer Sache bleiben. Esther kommentiert ihr Werk, das die Einladungskarte ziert: «Das sind Ängeli und alles, was Ängeli brauchen.»

Die Idee, im Rahmen des «Summer Special» auszustellen, konkretisierte sich vor gut einem halben Jahr, sagt Martin Knoth. Die einzige Vorgabe der Galerie war ein gewisses künstlerisches Niveau. Davon konnte man die Leitung der Galerie rasch überzeugen. Ob die Frauen nun mit dem Ziel der Ausstellung vor Augen umso motivierter ans Werk gegangen sind oder dies zum Teil gar nicht realisiert haben - die Werke, die in den letzten neun Monaten entstanden sind, können sich sehen lassen, und jede der Beteiligten darf stolz darauf sein. Die Präsidentin der Galerie Vogtei, Rosmarie Keller, findet denn auch: «Die aktuelle Ausstellung steht anderen in nichts nach. Die Bilder können sich durchaus mit Werken anderer Künstler messen.»

Erlös kommt Behinderten zugute

Man wolle die Kreativität der Frauen weiter unterstützen und dem künstlerischen Aspekt mehr Boden geben, sagt Knoth. Es seien deshalb auch schon weitere Ausstellungen geplant. Auf diese Weise würden für die Frauen auch Kontaktmöglichkeiten nach aussen entstehen, und das Interesse von Aussenstehenden werde gestärkt. Der Verkaufserlös der Ausstellung kommt den Künstlerinnen zugute - der Grossteil fliesst in die Ausflugskasse. Galerie Vogtei, Pfarrgasse 41, Herrliberg; www.galerie-vogtei.ch Öffnungszeiten: Sonntag, 23. 8., 11.30 bis 17 Uhr, Vernissage mit Apéro. Montag, 24. 8., bis Freitag, 28. 8., 17 bis 20 Uhr, Samstag, 29. 8., 11.30 bis 17 Uhr. Sonntag, 30. 8., 11.30 bis 17 Uhr, Finissage.

Cornelia F. (links) und Esther E. vom Heim Rütibühl in Herrliberg haben für die Ausstellung in der Galerie Vogtei in Herrliberg Seidenfoulards gestaltet.

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