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Bednar entschied die Meisterschaft

Der Tscheche führte den HCD zum finalen 3:2 über die Kloten Flyers und zum 30. Meistertitel.

Von Simon Graf undPhilipp Muschg, Kloten Kurz nach 22.20 Uhr erhob sich das Klotener Publikum zu stehenden Ovationen für seine Flyers. Knapp zwei Minuten waren noch zu spielen, und der Applaus war sowohl als letzte Anfeuerung wie auch als Dank für das Geleistete zu verstehen. Die Festung HCD, das schienen die meisten zu ahnen, war im Finish gegen die erfahrenen Bündner nicht mehr zu stürmen. Auch mit sechs Feldspielern drangen die Flyers nicht mehr zu Genoni vor, ein letzter Verzweiflungsschuss DuPonts wurde zur Seite gelenkt, dann war es vorbei. Die Davoser sprinteten zu ihrem Goalie, nur Bednar verharrte im Mitteldrittel und sank alleine aufs Eis. Der überragende Individualist hob sich auch nach Erringen des Meistertitels von der Masse ab. Zuvor hatte der 34-jährige Filigrantechniker in einer nochmals hart umkämpften Partie den Unterschied gemacht. Bednar bereitete die Powerplaytore von Marha (9.) und Guggisberg (22.) zur Davoser 2:0-Führung mit brillanten Pässen vor, und von diesem Vorsprung zehrten sie gegen unermüdliche Klotener bis zum Schluss. Zum letzten Mal war die Effizienz im Überzahlspiel ausschlaggebend: Die Flyers brachten in 6 Powerplays, darunter 98 Sekunden mit 5 gegen 3, kein Tor zustande. Die Davoser hingegen erzielten alle ihre Tore mit einem Mann mehr. Jacquemet (42.) und Kellenberger (45.) sorgten mit ihren Toren immerhin dafür, dass die Flyers bis zum Schluss hoffen durften. Die beste Ausgleichschance verpasste Luomala in der 50. Minute alleine vor Genoni.Ein uninspiriertes Startdrittel der Flyers, die wohl etwas die Müdigkeit spürten, gab den Davosern den Schwung, den sie gebraucht hatten. Danach liefen die Klotener einen Abend lang einem Rückstand hinterher. Mit grossem Einsatz, aber in den entscheidenden Momenten ohne die nötige Kaltblütigkeit. Der HCD verfiel indes auch nicht mehr in dieselbe Passivität wie am Samstag nach der 3:1-Führung, sondern verteidigte sich clever. Arno Del Curto liess wie im siebten Finalspiel 2009 mit fünf Flügelzangen spielen, um wieder mehr Tempo zu machen und konsequenter Forechecking zu betreiben. Die Massnahme zahlte sich aus.Dass Jacquemet und Kellenberger die Flyers-Tore erzielten, war kein Zufall. Die prominenteren Spieler vermochten sich gestern nicht mehr in Szene zu setzen. Erst mit der wundersamen Rückkehr des an der Schulter verletzten Hollenstein im Mitteldrittel kam mehr Schwung ins Spiel der Klotener. Aber sie vermissten einen wie Bednar, der mit 17 Punkten aus 12 Spielen Playoff-Topskorer wurde. «Ich hätte nicht gedacht, dass es sich so wunderbar anfühlt», sagte dieser nach seinem dritten Titel im dritten Land. Bednar zieht nun zu Lugano, weil er in Davos den gewünschten Zweijahres-Vertrag nicht erhalten hatte.Trotz des bitteren Endes können die Flyers erhobenen Hauptes in die Ferien fahren. Auch wenn es einige Tage brauchen wird, bis die Enttäuschung verarbeitet ist. «Wir waren so nahe dran, sind immer wieder aufgestanden», sagte Assistenzcoach Felix Hollenstein. «Auch heute. Aber schliesslich hat die Effizienz gefehlt.» Das Schlusswort soll Präsident Jürg Bircher gehören: «Es ist ein Wellental der Gefühle. Wir haben so viele schöne Dinge erlebt in dieser Saison. Schade, dass sie nun so zu Ende gegangen ist.»

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