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BDP will sich von niemandem einspannen lassen

Die BDP holt im Kanton Zürich auf Anhieb sechs Parlamentssitze – vor allem auf Kosten des Freisinns.

Von Silvio Temperli Dübendorf – Jetzt ist die Bürgerlich Demokratische Partei (BDP) auch im Kanton Zürich angekommen: «Endlich hat das Zürcher Stimmvolk wahrgenommen, dass wir eine Bundesratspartei sind», sagt BDP-Chef Lothar Ziörjen. An der Wahlfeier im Kulturzentrum Obere Mühle an der Glatt in Dübendorf war denn gestern Abend auch BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf mit von der Partie. Sie sagte: «Der Erfolg kam für viele, auch für die Medien, unerwartet, doch wir haben immer daran geglaubt.» Das sei ein positives Signal für die Zukunft der BDP, wo sie doch im Kanton Zürich quasi von null habe starten müssen. Von null nun also auf sechs: Zusammen mit dem Dübendorfer Lothar Ziörjen ziehen Stefan Hunger (Mönchaltorf), Rico Brazerol (Horgen), Marcel Langenegger (Gossau), Cornelia Keller (auch Gossau) sowie Verena Albrecht (Dietlikon) für die BDP in den Kantonsrat ein. Ziörjen lobte in seiner Dankesrede zwischen Apéro und Dessertbuffet die Knochenarbeit, welche die Parteileute im Wahlkampf geleistet hätten. Zur Hauptspeise gabs währschafte bürgerliche Kost: Ghackets mit Hörnli.Was aber ist von der neuen politischen Kraft im Kantonsrat zu erwarten? Mit wem wird sie im Rat fraternisieren? Am Tag des grossen Erfolgs grenzte sich Ziörjen sogleich von rechts wie auch von links entschieden ab: «Polarisierung, wie sie von SVP und Rot-Grün betrieben wird, ist nicht zukunftsträchtig. Wir stehen auf der Seite der Vernunft.» Kritik an den Grünliberalen Genauso wie ihre Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf setze sich die Zürcher Fraktion den Ausstieg aus der Atomenergie zum Ziel. Es gebe genug intelligente Alternativen zur Kernenergie. Vernünftig werde die BDP auch in der Finanzpolitik auftreten – und nicht «Hardliner» sein wie die Grünliberalen, so Ziörjen. Sparen im Bereich Sicherheit sei ihre Sache nicht. Als Beispiel nennt er die Schaffung neuer Polizeistellen. Auch in der Personalpolitik dürfe man die Schraube nicht weiter anziehen und Mitarbeitende bis zum letzten Tropfen auspressen: «Wer in einem herausfordernden Umfeld Leistung bringt, hat Anrecht auf einen angemessenen Lohn.» Die sechs neuen Parlamentssitze errang die BDP mehrheitlich auf Kosten des Freisinns. Was hat die FDP falsch gemacht? «Ich weiss nicht, was die BDP richtig gemacht hat, es gab sie ja bisher bei uns gar nicht», kommentiert Kantonalpräsident Beat Walti. Noch eine Fraktion ohne eigenen Regierungsrat erschwere das Regieren. Für Alfred Heer, Präsident der kantonalen SVP, ist die BDP eine grosse Unbekannte: «Ich kenne diese Leute nicht, sie haben noch kein richtiges Parteiprogramm.»

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