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Bauern fordern Schutz der Fruchtfolgeflächen

Der Zürcher Bauernverband will, dass die landwirtschaftlichen Nutzflächen erhalten bleiben und von den politischen Entscheidungsträgern geschützt werden. Das in der Bevölkerung umstrittene Projekt «Golfplatz Mönchaltorf» lehnt er ab.

Von Marc Ulrich Mönchaltorf – «Der Verschleiss von landwirtschaftlichem Kulturland ist für uns ein absolutes Schlüsselthema», sagte Hans Staub, Präsident des Zürcher Bauernverbandes (ZBV), an der gestrigen Martini-Pressekonferenz in Mönchaltorf. Der Anlass fand zum fünften Mal anlässlich des Abschlusses des Erntejahres statt. Er dient dem ZBV dazu, am Martinstag (Martini) eine Jahresbilanz zu ziehen. «Die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind erheblich gefährdet», fuhr Staub fort. «Nach der eidgenössischen Statistik haben sich die Flächen zwischen 1985 und 1997 um 3,1 Prozent verringert.» Martin Haab, Präsident der ZBV-Kommission Produktion und Absatz, pflichtete ihm bei und belegte Staubs Aussage mit aktuellen Zahlen: «Die Erhebung des Kantons zeigt, dass wir 39 400 Hektaren Fruchtfolgeflächen haben – anstatt 44 400, die vom Bund gemäss des 1992 erlassenen Sachplans Fruchtfolgeflächen (SP FFF) vorgegeben sind.» Der ZBV sei besorgt über diese Entwicklung und setze alles daran, die noch bestehende Fläche zu schützen. In einem weiteren Referat sprach sich Ferdi Hodel, Geschäftsführer des ZBV, für die vermehrte einheimische Produktion von Nahrungsmitteln aus. «Rund 50 Prozent der Nahrung der Schweizer Bevölkerung wird importiert», sagte er. «Dabei gehören die schweizerischen Böden zu den fruchtbarsten der Welt.» Oft würden gerade diese Böden zu Wohnsiedlungen oder Naherholungsgebieten umfunktioniert, was eine bedenkliche Entwicklung sei. Zudem sei die Schweiz mit dem Import indirekt an der Zerstörung der Regenwälder und der Natur in den Entwicklungsländern beteiligt, da es dort zunehmend zu einer Industrialisierung der Landwirtschaft komme. Gemeinderat gegen Golfplatz Ein perfektes Beispiel für diese Entwicklung nennt der ZBV das Projekt «Golfplatz Mönchaltorf». Es tangiere wertvolle Fruchtfolgeflächen und erschwere es, neues Land zu pachten oder zu kaufen, sagt Ivan Rüegg, Mönchaltorfer Landwirt, dessen Land vom Bau des Golfplatzes teilweise betroffen wäre. «Das Land ist heute schon knapp, und um auch in Zukunft unsere Existenz zu sichern, brauchen wir die Möglichkeit zum Wachstum.» Die Befürworter ihrerseits verweisen darauf, dass die ökologischen Richtlinien eingehalten werden und dass die fruchtbarsten Flächen seit der Reduzierung von 18 auf 9 Löcher nicht mehr betroffen seien. Zudem stelle der Golfplatz einen Mehrwert für die Gemeinde dar, da immer mehr Leute das Golfen entdecken würden. Der ZBV lehnt das Projekt – über das die Gemeindeversammlung am 3. Februar 2011 abstimmt – ab. Die Fruchtfolgeflächen seien in vollem Umfang zu erhalten, argumentierte Hans Staub. Er appellierte an die politischen Entscheidungsträger und forderte, dass sich «die Gemeinden und der Kanton gemeinsam für die Landwirtschaft einsetzen». Der Gemeinderat Mönchaltorf hat dieser Forderung bereits Folge geleistet. «Nach eingehender Prüfung haben wir uns mit einem Mehrheitsentscheid gegen die Einzonung von Landwirtschaftszone in eine Erholungszone für den Golfplatz Mönchaltorf entschieden», erklärte Gemeindepräsidentin Annemarie Beglinger. Wie das Volk abstimmen wird, könne sie aber zurzeit noch nicht einschätzen. «Das Einzige, was wir mit Sicherheit sagen können, ist, dass es eine hitzige Versammlung geben wird.» Rechts und links des Hofs Lindenmatt (im Vordergrund) käme der Golfplatz zu liegen.Foto: René Kälin

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