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Bahnhof Sood liegt temporär in Österreich

A point régional?Restaurant Soodhof, Adliswil Adliswil – Nur für ein paar wenige Tage liegt der Bahnhof Sood-Oberleimbach in Österreich – die sind dafür aber umso genussreicher. Oder besser gesagt ein Teil des Bahnhofs an der Sihltalbahnlinie. Nämlich das Restaurant Soodhof. Denn nur für eine kurze Woche bietet die gute Gaststube österreichische Spezialitäten an. Spezialitäten, für die sich ein Besuch bei der österreichischen Gastwirtin Roswita Pecnik und bei Siva Balasubramaniam, der in der Küche wirkt, lohnt. Von aussen her ist der Soodhof ein unwirtliches Gebäude – man würdeim Innern eher eine Bierknelle vermuten als ein gediegenes Speiselokal mit weissen Stofftischtüchern. Auf den Tischen stehen neben grossen Weingläsern und kleinen Blumengedecken auch kleine Schälchen mit Fleur de Sel und Pfeffermühlen. Diese sollen gebraucht werden, schreibt das Wirtepaar zu einem der beiden Apéro-Gänge in der Karte. Man solle doch beides auf das «Verhackerts-Brot» (7.50 Franken) streuen. In der Tat: Der sonst schon währschaft schmackhafte Brotaufstrich aus gehacktem Speck und frisch gehackten Zwiebeln erhält zwei weitere Geschmacknuancen dazu. Schon Kaiserin Sisi und ihr Mann Franz Joseph sollen dieses kleine Gericht geliebt haben. Wir trinken dazu einen Schaumwein, der mit einem Himbeergeist leicht versüsst wird (12.50 Franken pro Glas). Das passt hervorragend. Auch der lauwarme Krautsalat mit Kümmel und sanft gebratenem Speck – alles ist zudem parfümiert mit einem feinen Kürbiskernöl – zur Vorspeise mundet (10.50 Franken). Währenddessen hören wir aus der Küche ein lautes Geklopfe: Balasubramaniam bringt das Kalbfleisch in Form. In eine grosse Form, wie sich bald zeigt: Das panierte Fleischstück könnte gut ein Rädchen eines Wagens sein und füllt den grossen Teller gut aus. Das Fleisch ist dünn und zart, und die Panade – leicht mit Gewürzen versetzt – ist dunkel in Butterschmalz gebraten. Es ist ein Wiener Schnitzel (35.50 Franken), wie es der Koch auch in Wien servieren dürfte. Dazu gereicht wird eine kleine Schale mit einem Preiselbeermus. Und ein Teller mit einem Erdäpfel-Gurken-Salat. Hier übertönen die Bitterstoffe der Gurken den Geschmack der durchaus guten Kartoffeln leider etwas.Die Begleitung erfreut sich derweilan einem steirischen Backhenderl (28.50 Franken). Wie auf der Karte versprochen, sind Pouletbrust und Schenkel zart. Und Siva Balasubramaniam beweist, dass es nicht nur eine Art Panade auf der Welt gibt, denn sie unterscheidet sich von der anderen beim Wiener Schnitzel. Beim süssen Schmankerl, das teilen wir uns, handelt es sich um einen Mohren im Hemd (12.50 Franken). Roswita Pecnik serviert uns einen kleinen, lauwarmen Schokoladen-Gugelhupf, der gleich noch nappiert ist mit einer warmen Schokoladensauce. Das Dessert überzeugt wiederum mit sehr viel Geschmack, wobei der Koch – und das darf er ruhig als Lob verstehen – beim Zucker gespart hat. Denn nicht die Süsse überwiegt – wir stellen schnell fest, wie sich ein ausgeprägter Geschmack Schokolade im Gaumen breitmacht, der ein wenig bitter ist. Zu guter Letzt serviert uns die freundliche Österreicherin Pecnik einen Marillenschnaps, der aufs Haus geht. In der Nase verbreitet sich ein wunderbarer Aprikosenduft, im Gaumen bleibt das Destillat erfreulich fruchtig. Und die Begleiterin, sonst keine grosse Freundin gebrannter Wasser, freut sich, dass dieser Schnaps kaum brennt im Gaumen. Wer einen Ausflug ins österreichische Sood machen will, muss pressieren: Die Spezialitätenwoche dauert nur noch bis Samstag. Der Ausflug lohnt sich bestimmt. Restaurant Soodhof, Soodstrasse 63, Adliswil, Tel. 043 928 31 32,www. soodhof.ch, Mo bis Fr von 10 bis 23.30 Uhr und Sa von 17 bis 23.30 Uhr. In der Rubrik «A pointrégional» besprechendie Redaktoren ThomasZemp und Iris Rothacher allezwei Wochen ein Restaurant in der Region. Getestetwird anonym.

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