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Bachs könnte dank neuem Wärmelieferanten Geld sparenHeizanlage für Regensberg

Die Bachser müssten ihre Holzschnitzelheizung für 1 Million Franken sanieren. Nun zeichnet sich aber eine günstigere Lösung ab. Auch Regensberg setzt seit rund 30 Jahren auf den Rohstoff Holz und betreibt eine Holzschnitzelheizung samt Wärmeverbund.

Holzschnitzelheizung Von Dominique Marty Bachs – Bachs hat kaum Geld, ist aber reich an Wald. «Als Energieträger ist Holz daher für uns langfristig sehr sinnvoll», sagt Gemeindepräsident Emanuel Hunziker (parteilos). Seit rund 20 Jahren besteht in Bachs eine Holzschnitzelheizung, die mittels eines Wärmeverbunds 12 Häuser mit Wärme versorgt. Zu den grössten Bezügern zählt die Schule. Jetzt muss die Gemeinde in die Zukunft der Anlage investieren, denn diese ist dringend zu sanieren. «Wir haben dafür rund 1 Million Franken budgetiert», sagt Hunziker. Das ist ein grosser Betrag für die kleine Gemeinde, die am Tropf des kantonalen Steuerfussausgleiches hängt. Nun zeichnet sich aber eine Lösung ab, die deutlich günstiger kommt, kündigt der Gemeindepräsident an. Noch sei aber nichts entschieden. Die Idee ist, dass die Sägerei Wirth an das Wärmeleitungsnetz angeschlossen und zum neuen Wärmelieferanten wird. Die Heizzentrale im Dorf, die heute besteht, würde stillgelegt. Die Firma Wirth hat bereits eine Holzschnitzelheizung, mit der sie für ihre Holztrocknungsanlage Energie produziert. «Diese wollen wir um einen zweiten Heizkessel erweitern», sagt Beat Wirth. «Zudem zwingen uns die neuen Abgasvorschriften auch zum Einbau eines neuen Staubfilters.» Kauft die Wirth AG statt eines kleinen Kessels einen grossen und schliesst diesen ans Wärmeverbundnetz an, profitiert das ganze Dorf. «Wir produzieren ausreichend Wärme für uns und können den Rest verkaufen», sagt Beat Wirth. Die Gemeinde kommt zudem um teure Investitionen an ihrer eigenen Anlage herum. Abstimmung im April Das bestätigt auch Energieberater Kurt Raschle, der von der Sägerei mit dem Projekt betraut wurde. Das Haus, in der sich die Heizzentrale derzeit befindet, würde für eine neue Nutzung frei. Weiter könnten etwa fünf neue Wärmebezüger an den Verbund angeschlossen werden, nennt er Vorteile. Die höheren Investitionen, die bei der Firma Wirth mit dem grösseren Heizkessel anfallen, würde die Gemeinde mit dem Energiepreis vergüten. Gemäss Emanuel Hunziker liegen jedoch noch keine konkreten Zahlen vor. In den nächsten Wochen werden die letzten Details geklärt. Im April soll dann eine ausserordentliche Gemeindeversammlung stattfinden. Noch dieses Jahr soll mit der Sanierung begonnen werden. Von Dominique Marty An den Regensberger Wärmeverbund sind Schule, Hirzelheim, Gemeinde-, Kirchgemeinde- und Pfarrhaus angeschlossen. Die neuen Abgasvorschriften verlangen nun den Einbau grosser Filteranlagen, die aber im bestehenden Heizungskeller keinen Platz haben. Regensberg musste daher über die Bücher, denn ein Neubau ist kostenintensiv und die Investitionen sollten wirtschaftlich sein. «Schliesslich konnten wir die Stiftung Schloss Regensberg als Wärmebezüger mit an Bord holen», sagt der Regensberger Architekt Rolf Lüthi. Die Stiftung heizt das Schloss derzeit mit Öl, das sie in riesigen unterirdischen Öltanks lagert. Die alten Gebäuden stehen unter Denkmalschutz und benötigen entsprechend viel Energie. Erdwärme ist im Städtchen wegen Quellwasserfassungen kaum ein Thema. «Nur Holz und Öl verbleiben als Alternative», sagt Lüthi. Mit der Stiftung und privaten Hausbesitzern, die auch dem Verbund angeschlossen werden, wird die neue Anlage für Gemeinde und Schule finanzierbar. Rund 1,5 Millionen Franken werden in die neue Heizung und das Netz investiert. Der Bau startet in zwei Wochen. «Wir beschränken die Kapazität des Verbunds auf das Holz, das im Regensberger Wald nachwächst», sagt Lüthi, damit gebe es keinen zusätzlichen Verkehr durch Holzlieferungen. Der Ölverbrauch im Dorf wird mit der neuen Anlage um insgesamt 180 000 Liter sinken. Die unterirdischen Tanks der Stiftung werden mit Sand gefüllt und stillgelegt.

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