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Bachmanns zottelige Schotten

Ein Wädenswiler Bauer besucht Hochlandrindfarmen in Schottland. Seither grasen schottische Hochlandrinder auf dem Hof des Wädenswiler Landwirts Johannes Bachmann.

Wädenswil. - Es ist schon so, dass Johannes Bachmanns schottische Rinder keine Hörner haben. Das heisst aber nicht, dass sie keine Ecken und Kanten hätten, im Gegenteil. Stur und eigenwillig sind sie, die Galloways, an die der Wädenswiler Landwirt sein Herz verloren hat. Johannes Bachmann ist ein kleiner, stämmiger Mann und die Freude an den robusten Rindviechern ist ihm anzusehen, wenn er mit dem Salzkessel durch die Herde schreitet. Dann scharen sich die Rinder um ihn, und es geht rau zu und her, es wird gestossen und geschoben - jedes der struppigen Rinder mit den kurzen Beinen will seine Schnauze in den Salzkessel stecken. «So jetzt», sagt Bachmann dann streng und lacht. Hoch und wieder runter fressen Gegen fünfzig Galloways stehen bei Bachmanns im Stall - beziehungsweise sömmern auf einer Alp im Glarnerland. Dort fressen sie sich die Hänge hoch, bis auf 2000 Meter. Ist alles abgefressen, fressen sie sich wieder runter - und dann ist der Sommer vorbei. Galloways sind ausgesprochene Herdentiere, sagt Bachmann und kommt ins Erzählen. Von dem einen Rind, das bei der Alpabfahrt ausgebüxt ist. Das erwischen wir schon, hätten sie sich gesagt und seien am nächsten Tag nochmals hingefahren. Sie suchten lange, und als sie das Rind schliesslich fanden, da liess es sich partout nicht einfangen. Versuch um Versuch mit und ohne Salzkessel, mit und ohne Schnalzlaute misslang - näher als 50 Meter gelangte keiner an das Tier heran. Da schossen sie es halt. Das Fleisch landete im Tiefkühler des Bachmannschen Hofladens. Ein Rind, das mit wenig zufrieden ist Johannes Bachmann sagt, er sei von der Rasse angefressen. Ihm gefielen die Eigenheiten der Tiere, sie seien robust und anspruchslos, das ganze Jahr draussen und eben eigenwillig. Zudem sei Galloway-Fleisch in der Schweiz etwas Spezielles, mit dem er eine Nische im Direktverkauf nutzen könne. Er beliefert Kantinen von Firmen und Altersresidenzen, im Wädenswiler Punkterestaurant Eichmühle steht Bachmanns Galloway auf der Karte. Galloways brauchen kein Kraftfutter, sie geben sich mit Gras zufrieden. Weil sie sich im Vergleich zu Schweizer Fleischrassen eher kärglich ernähren, wachsen sie langsam. Und daher kommt auch der kräftige Geschmack des feinfasrigen und kompakten Fleisches. Vor rund 13 Jahren importierte Bachmann die ersten drei Kühe aus Deutschland. Die Tiere sah er dort an einer Ausstellung, und sie hätten ihn fasziniert. So reiste er nach Schottland und besuchte Farmen so gross wie der Kanton Zürich. Seine Rinder, sagt Johannes Bachmann, hätten ein schönes, langes Leben. Jedes Tier verbringt mindestens zwei Sommer auf der Alp. Und fast jedes kommt im Herbst wieder nach Wädenswil. Hofladen der Familie Bachmann, Untermosen 48, Wädenswil. Di und Mi, 10-11.30 und 15-18 Uhr, Fr 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr.

Johannes Bachmanns Rinder im Hochland Wädenswils: Anspruchslos beim Futter, anspruchsvoll bei der Aussicht.

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