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Auswärtiger Jubel – hiesige Pläne

Weltmeister Julien Absalon hat ein unterhaltsames Mountainbike-Rennen auf dem Gurten überlegen gewonnen. Die Veranstaltung mit internationaler Topbesetzung könne sich aber noch besser in Szene setzen, sagen Gäste.

Am Ende des Renntages auf dem Gurten stand eine dicke Überraschung einem allseits erwarteten Sieg gegenüber. Mathias Flückiger, der jüngere der beiden Radsport-Brüder, hatte dem Dominator der Szene, Weltcupleader Julien Absalon, lange Paroli geboten. Erst in der zweitletzten Runde spielte der 29-jährige Franzose seine Erfahrung gegenüber dem 21-jährigen Ochlenberger aus.Tipps vom PromiMit Ausnahme von Mathias Flückiger hatten die Schweizer Favoriten Absalon, dem vierfachen Weltmeister und zweifachen Olympiasieger, wenig entgegenzusetzten. Obwohl das Rennen den Erwartungen entsprechend verlief, bot es gute Unterhaltung. Die zwei Renntage auf dem Gurten kommen inzwischen als überzeugendes Produkt daher – die Rennleitung ist eingespielt, die Pressearbeit sehr gewissenhaft. Dass die Veranstaltung seit Jahren einen Stammplatz in der SF-Sendung «Sportpanorama» geniesst, ist ein weiteres Zeichen für den Stellenwert des Rennens.Der Anlass macht sich gut, bei strahlendem Sonnenschein ist sogar etwas Prominenz auf dem Berner Hausberg anzutreffen. Judoka Sergei Aschwanden, Snowboarderin Tanja Frieden und der frühere Skifahrer Bruno Kernen schauen den Bikern bei ihrer schweisstreibenden Arbeit zu. Die Strecke auf und um den Gurten bietet Gelegenheit zur Erkundung, so verlagert sich auch das Cüpli-Zelt nach und nach an den Wegrand. Bruno Kernen ist überzeugt, dass die Renntage auf dem Gurten noch besser ans Publikum verkauft werden könnten: «Mit zwei, drei Kameras könnte man verschiedene Streckenabschnitte bedienen und im Startgelände auf Grossleindwand zeigen; ähnlich funktioniert das ja auch in den in den Skiarenen im Zielhang.» Natürlich müsste für dieses Unterfangen rund eine Viertelmillion mehr aufgewendet werden. Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport, weilt ebenfalls unter den Gästen. Für ihn ist Biken wichtig, beruflich und privat. Mountainbike figuriert unter den Top-5-Sportarten des BASPO. «Zur Vermarktung eignet sich die Sportart ideal, sie verlangt eine gesunde Belastung und ist im Breitensport gut verankert», sagt Remund. Verglichen zu einem Stadtlauf habe man auf dem Gurten aber weniger Passanten, was eine aufwändigere Werbung verlange.Enger RennplanDie Mountainbiker sammeln in diesen Wochen beinahe mehr Flugmeilen als Weltcuppunkte. Meist als letztes Rennen vor den Weltmeisterschaften angesetzt, dient es vielen Fahrern zudem als Hauptprobe und Standortbestimmung, was auch das stets hochstehende Teilnehmerfeld erklärt. Dieses Jahr ist eine Teilnahme der fast kompletten Weltelite um so erstaunlicher, weil die Bike-Trophy zwischen dem Weltcuprennen im kanadischen Bromont und der WM im australischen Canberra angesetzt war, was bereits reisetechnisch einer sportlichen Höchstleistung gleichkommt. So liessen sich zahlreiche Fahrer die Flugstrapazen anmerken, etwa Schweizermeister Florian Vogel, der auf den 15. Platz zurückfiel. Dazu Julien Absalon: «Die Bedingungen sind für alle gleich und jeder muss damit zurecht kommen.»Moritz Marthaler>

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