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Auf Kurs – aber wie lange noch?

Dem Berner Oberland gehts touristisch gesehen immer noch gut. Doch die Regionen und der Kanton sitzen zwischen Stuhl und Bank: Man will einerseits schnell neue Angebote schaffen und andererseits mit Weitsicht planen.

Das Berner Oberland ist in Sachen Tourismus eine Knacknuss: Die touristischen Destinationen sollen verdichtet werden. Das heisst, dass die einzelnen Regionen zusammenspannen müssen, um touristisch weiterhin attraktiv zu bleiben. Das braucht Zeit. Zeit, die die Tourismuswirtschaft nur begrenzt hat. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Die Vertreter der Tourismusorganisationen wollen handeln statt reden, Produkte erarbeiten statt über Destinationsfusionen debattieren. Der Zwiespalt zwischen einer bedachten, sorgfältigen Erschliessung neuer Horizonte und dringendem Handlungsbedarf stand am dritten Berner Tourismustag im Thuner Hotel Seepark im Zentrum. Berner Oberland auf Kurs Trotz Wirtschaftskrise, Zeitdruck und dringendem Handlungsbedarf sei insbesondere das Berner Oberland von der totalen Flaute verschont geblieben. Hansruedi Müller, Direktor des Instituts für Freizeit und Tourismus der Universität Bern, hielt fest: «Im Vergleich zum Graubünden und dem Südtirol hat das Berner Oberland wesentlich besser abgeschnitten.» Stark im Vergleich mit der Konkurrenz sei das Oberland mit seinen Gewässern, Bergen und Skiregionen. Auch hinsichtlich Hotelübernachtungen habe die Konkurrenz den Kürzeren gezogen. Kompromiss gefordert Damit das weiterhin so bleibe, fordert er vom Kanton für die Zukunft einen Kompromiss: Einerseits soll er finanziell und politisch helfen, damit die touristischen Regionen nicht ausschliesslich sich selbst überlassen sind. Andererseits verlangt Müller vom Kanton eine zurückhaltende Führung, um den Destinationen eine sorgfältige Prüfung ihrer Anreize zu ermöglichen. So entstehe für die Region weder zu hoher Druck noch zu viel verfänglicher Freiraum. Die Verdichtung der Destinationen wird sowohl von der Berner Tourismusbranche als auch vom Berner Regierungsrat seit längerer Zeit angestrebt. «Wir befinden uns auf einem guten Weg», sagte Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP) gestern an der Tagung. Er versprach den Regionen finanzielle Unterstützung zur Umsetzung neuer Projekte und Produkte. Die Investitionsbereitschaft des Bundes sei vorhanden. Seit dem Frühjahr 2008 beträgt das Investitionsvolumen der neuen Regionalpolitik des Bundes rund 70 Millionen Franken. Kanton fordert Synergien Regierungsrat Rickenbacher appellierte am Kongress in Thun aber auch an die Selbstverantwortung der Branche. Das Potenzial an Einsparung durch Synergien sei noch gross. Jungfrau Region als Vorbild Als vorbildliche Kooperation hob Rickenbacher die Jungfrau Region Marketing AG hervor, an der unter anderen die Tourismusorganisationen von Grindelwald, Wengen und Mürren beteiligt sind. Ziel für den Tourismus im Kanton Bern sei die Etablierung insgesamt fünf derartiger Marketing-Organisationen. Auf diese Weise entstehe eine Win-Win-Situation für Organisation und Region. Die Kräfte könnten gebündelt und damit die einzelnen Regionen gestärkt werden, ist Rickenbacher überzeugt. Dino Dal Farra>

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