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Asche im Wald weckt böse Ahnung

Eine Frau entdeckt am Pfannenstiel ein Feld von Aschehäufchen. Sie denkt an illegal entsorgte Urnen. Der Fall landet bei der Polizei.

Von Lorenzo Petrò Meilen – Als Agathe F.* von ihrem Spaziergang im Wald ob Feldmeilen heimkehrt, ist sie aufgewühlt. Sie will so bald wie möglich zurück – und sich Klarheit verschaffen. In einem entlegenen Waldstück, das sie ab und zu auf einem schmalen Trampelpfad durchquert, hat sie am Fuss mehrerer Stämme verdächtige Aschehaufen entdeckt. Zwei Tage später geht sie wieder hin, besser ausgerüstet diesmal. Sie schaufelt etwas vom grauen Granulat in einen kleinen Plastikbeutel. Bis popcorngrosse weisse, poröse Stückchen in der Asche ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Handelt es sich um Knochenreste? Untersuchung durch die Kapo «Ich weiss, wie der Inhalt einer Urne aussieht», wird Agathe F. später sagen. Auch die Grösse der Häufchen, es sind jeweils ein bis zwei Liter des dunklen Pulvers, lässt sie das Schlimmste vermuten. Als sie sich umschaut, zählt sie an die 40 Aschekegel. Ein grosser Teil davon sieht frisch aus, muss erst kürzlich hingeschüttet worden sein, der letzte Schnee ist vor weniger als zwei Wochen gefallen. Ist es im grossen Stil entsorgte Totenasche? Wird hier etwas als «Waldbegräbnis» verkauft, aber schlampig ausgeführt? Agathe F. informiert den «Tages-Anzeiger» und dieser die Kantonspolizei, die am vergangenen Wochenende einen Augenschein im Meilemer Waldstück nahm. Die Forensiker der Kapo haben die Asche genau untersucht. Gemäss Kantonspolizei-Sprecher Stefan Oberlin ist es aufwendig und teuer, festzustellen, ob diese tierischen oder gar menschlichen Ursprungs ist. Doch lange brauchten die Polizisten nicht zu pröbeln. Bald war klar, dass es sich um die Überreste eines gewöhnlichen Holzfeuers handelte. Weil das Ausbringen von Asche und anderen sogenannten Feststoffen im Wald jedoch verboten ist, nahm die Kapo weitere Ermittlungen auf. Wie sich herausstellte, hatte jemand die Asche aus der Brennkammer seiner holzbetriebenen Zentralheizung in das Waldstück getragen. Gemäss Oberlin handelte die Person nach einer Familientradition und in der Meinung, damit einen natürlichen Kreislauf zu schliessen und den Bäumen Gutes zu tun. Die weissen vermeintlichen Knochenstücke in der Asche, die diese ganz anders aussehen lassen als das, was im heimischen Cheminée anfällt, sind auf die speziellen Bedingungen in einem Holzbrenner zurückzuführen. Ob es sich beim Aschestreuer um den Besitzer des Waldstücks handelt, ist von der Polizei nicht zu erfahren. * Name der Redaktion bekannt Die Asche an den Wurzeln von 40 bis 50 Bäumen ob Feldmeilen hat jemand als Düngung ausgebracht.Foto: Nicola Pitaro

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