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Anwohner gegen Alexander-Umbau

Die Umbaupläne für das Hotel am See in Thalwil stossen den Bewohnern in der Umgebung sauer auf. Der Wille des Volks werde übergangen, behaupten sie und drohen mit einem Rekurs.

Von Anja Müller Thalwil – Noch bis morgen Donnerstag liegen im Bauamt Thalwil die Pläne für den Umbau und die Vergrösserung des Hotels Alexander am See öffentlich auf. Bis dahin haben Personen, die an den Plänen der Bauherrin Corim AG etwas auszusetzen haben, Zeit, einen baurechtlichen Entscheid zu beantragen. Damit sichern sie sich die Möglichkeit eines späteren Rekurses gegen das bewilligte Projekt. Das seit September 2010 leer stehende Hotel soll erhöht und die Zimmerzahl auf über 40 verdoppelt werden. Im Untergeschoss sind eine Tiefgarage und ein Wellnessbereich vorgesehen. Die Terrasse gegen den See soll vergrössert und ein Wintergarten eingerichtet werden. Massiver Widerstand Wann die Gäste im neuen Hotel übernachten können, ist aber noch unklar. Denn bereits jetzt formiert sich im Marbach-Quartier, welches gegenüber dem Hotel an der Seestrasse liegt, massiver Widerstand gegen das Bauvorhaben. Zu den Gegnern gehört Martin Grob. Er spricht Klartext: «Wird das Bauprojekt von der Gemeinde bewilligt, sehen wir uns gezwungen, Rekurs einzureichen.» Schon 1996 konnte Grob einen Ausbau des Hotels Alexander verhindern, indem er das ganze Quartier hinter sich scharte. Nun hat er erneut Nachbarn mobilisiert, die mit ihm zusammen gegen das Projekt vorgehen. «Ausser mir haben wahrscheinlich rund zwanzig Personen den Baurechtsentscheid verlangt», sagt Grob. «Ein Stockwerk zu viel» Die Protestgruppe um Grob ist der Meinung, die Corim AG aus Zollikon untergrabe den privaten Gestaltungsplan. Dieser wurde 2003 – trotz erneutem Widerstand aus der Nachbarschaft – von der Gemeindeversammlung bewilligt. «Es ist ein Mammutprojekt», sagt Grob. «Der heute einstöckige Anbau auf der Seite Rüschlikon wird nicht aufgestockt, sondern abgerissen. Insgesamt entstehen danach vier neue Stockwerke.» Laut Gestaltungsplan dürfe die Corim AG den bestehenden Bau aber bloss um zwei auf drei Geschosse aufstocken. Weiter kritisiert Grob unter anderem, dass der Dachstock des Haupttrakts ausgebaut und als Wohnraum genutzt werden soll und dass für die geplanten Hotelzimmer und 234 Restaurantplätze nur 41 Parkplätze zur Verfügung stehen werden. Ins gleiche Horn stösst Christian Cachin, ebenfalls Bewohner des Marbach-Quartiers: «Was die Corim AG plant, läuft auf einen Neubau des ganzen Komplexes hinaus. Beide Trakte sollen ein volles Stockwerk höher werden, als es der Gemeinde 2003 vorgemacht wurde.» Cachin appelliert an die Behörden, den Willen der Gemeindeversammlung zu respektieren und das Projekt auf die Dimension zu reduzieren, die 2003 bewilligt worden sei. Auch Grob findet: «Entweder baut die Corim AG das Alexander im Rahmen des Gestaltungsplans, oder sie reicht für das aktuelle Projekt einen neuen Gestaltungsplan ein.» Mit Behörden vorbesprochen Bei der Corim AG nimmt man die Kritik gelassen und spricht von «wenigen Scharfmachern im Hintergrund»; man vertraue den Baubehörden. Diese werden das Baugesuch nun begutachten. «Der Ausgang dieser Prüfung wird zeigen, dass die Kritik unbegründet ist», lässt die Bauherrin in einer schriftlichen Stellungnahme verlauten. Die einzelnen Beschwerdepunkte erachtet die Corim AG als haltlos: Im heute eingeschossigen Bau Richtung Rüschlikon sei eine Erhöhung um zwei Vollgeschosse zulässig, schreibt sie. «Bestehende Bauten und Anlagen dürfen im heutigen Umfang und im generellen Erscheinungsbild erneuert und ersetzt werden.» Architekt Erwin Wanger vom gleichnamigen Architekturbüro in Rüschlikon habe die Baueingabe in der mit den Behörden vorbesprochenen Form eingereicht. Deshalb gehe sie von deren Rechtmässigkeit aus. Die Gemeinde Thalwil will zum laufenden Bewilligungsverfahren keine Stellung nehmen. Der heute eingeschossige Hoteltrakt (links) soll abgerissen werden und neu aus vier Stockwerken bestehen.Foto: Sabine Rock

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