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Anwalt Pelli gibt sich die Ehre

Fulvio Pelli steigt ins Rennen um den frei werdenden Bundesratssitz. Der FDP-Präsident gibt damit dem Druck aus dem Tessin nach, wie er sagt. Falls ihn die Bundeshausfraktion nominiere, stehe er als Kandidat zur Verfügung.

Fulvio Pelli hatte in den vergangenen Wochen stets betont, nicht für das Amt kandidieren zu wollen, um sich auf das Parteipräsidium zu konzentrieren. Dabei blieb er auch gestern: «Ich möchte die Partei bis nach den nächsten nationalen Wahlen leiten», sagte er .Tessin will den SitzIm Tessin sehe man dies verständlicherweise anders. «Im Tessin will man den Sitz im Bundesrat und weiss auch, dass meine Kandidatur Erfolg versprechend wäre», sagte Pelli. Ob er offizieller Kandidat der FDP.Die Liberalen werden soll, müsse aber die Fraktion entscheiden. So sei gewährleistet, dass seine Kandidatur nicht den Interessen der nationalen Partei widerspräche, sagte Pelli. Diesen Weg hat ihm die Tessiner FDP geöffnet, die ihn am Montag zuhanden der Fraktion als Kandidaten vorschlug. Es handle sich aber nicht um eine formelle Nomination, da die Fraktion abwägen müsse, ob Pelli besser dem Land als Bundesrat zur Verfügung stehe oder der FDP als Parteipräsident, teilte die Kantonalsektion mit. Beides seien wichtige Anliegen für die Partei. Die Tessiner Sektion zeigt sich indes überzeugt, dass das Interesse einer Kandidatur Pellis für den zweiten FDP-Bundesratssitz überwiege.Ball bei der FraktionDer Vorschlag aus dem Tessin sei am Montagmorgen bei ihr eingetroffen, sagte Gabi Huber, Chefin der FDP-Liberale-Fraktion, auf Anfrage. Sie nehme diesen als Anmeldung entgegen. Über das weitere Vorgehen werde die Fraktion befinden. Die Anmeldefrist für Vorschläge aus den Kantonen läuft um Mitternacht ab. Alle Kandidaturen würden zuerst in der Evaluationsgruppe und mit dem Parteivorstand diskutiert, sagte Huber. Am 28.August finden Anhörungen mit den möglichen Kandidaten statt. Am 29.August oder spätestens am 8.September sollen dann mögliche Nachfolger von Pascal Couchepin nominiert werden. Neben dem Vorschlag aus dem Tessin liegen der FDP vier Kandidaturen vor: Interesse zeigten der Waadtländer Regierungspräsident Pascal Broulis, der Neuenburger Ständerat Didier Burkhalter, der Genfer Nationalrat Christian Lüscher und die Genfer Nationalrätin Martine Brunschwig Graf. Letztere ist nicht nur von ihrer Kantonalpartei vorgeschlagen, sondern auch von den FDP Frauen, wie diese gestern mitteilten.Anspruch der CVPDer zweite Sitz der FDP im Bundesrat ist jedoch nicht unumstritten. Mit Verweis auf die Grösse ihrer Fraktion meldet auch die CVP Ansprüche an. Erster möglicher Kandidat ist auf Anregung der CVP Stadt Freiburg Nationalrat Dominique de Buman. Noch offen ist, ob Parteipräsident Christophe Darbellay oder der als Favorit gehandelte Freiburger Ständerat Urs Schwaller ins Rennen steigen. Die CVP/EVP/glp-Fraktion entscheidet am 28.August über eine offizielle Kandidatur. SVP und Grüne halten sich bezüglich eigenen Kandidaturen für die Wahl vom 16.September bedeckt. SVP auf sicher Seine Aura hat sich Pelli weniger durch Wellen schlagende Vorstösse im nationalen Parlament geschaffen, sondern vielmehr als FDP-Parteipräsident. Dieses Amt erlaubt und ermöglicht ihm, sich oft und prominent in den Medien zu äussern. Die Unterstützung der SVP wäre ihm sicher, war er doch 2007 bedingungslos für die Wiederwahl von Christoph Blocher. Hinter ihm stünden auch die meisten Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Tessin.sda>

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