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Antennenstreit: Nachbar Richterswil ist bereits einen Schritt weiter

Richterswils Bauvorstand Jürg Trachsel (SVP) sieht in einer Karte mit idealen Antennenplätzen Vorteile.

Von Daniel Stehula und Marco Morosoli Bezirk – Es ist dieses Paradoxon, das immer zu Ärger führt: Fast jeder hat ein Mobiltelefon, aber niemand will neben einer Antenne wohnen. Kürzlich haben sich Anwohner in der Au zu einer Interessengemeinschaft (IG) formiert, um eine Antenne in ihrem Wohngebiet zu verhindern (TA vom Samstag). Richterswil und Sunrise sind wegen des Streits um eine Mobilfunkantenne vor Gericht gegangen, die Entscheidung steht noch aus. Die anderen Gemeinden im Bezirk kennen den Mechanismus ebenfalls auswendig: Sobald ein Baugesuch für eine Mobilfunkantenne eingeht – egal ob von einem Mobilfunkanbieter oder vom Grundbesitzer –, werden bald die Baurechtsentscheide verlangt, und später gehen dann die Rekurse ein. In Richterswil hat man genug von dem ewig gleichen Spiel. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit Sunrise hat der Gemeinderat vor einem Monat beschlossen, dass man nun für klare Verhältnisse sorgt. In einem ersten Schritt arbeitet Bauvorstand Jürg Trachsel (SVP) einen Vorschlag aus, der die Gemeinde in Zonen aufteilt, in denen Mobilfunkantennen gebaut werden dürfen oder eben nicht. «Hat man die Zonen bestimmt, dann wissen die Mobilfunkanbieter, wo sie die Antennen aufstellen dürfen», sagt Trachsel. Gleichzeitig habe die Gemeinde auch ein Werkzeug, das ihr klare Entscheide erlauben könnte. «Bislang wurden Baugesuche gestellt», erklärt Trachsel, «und man hatte wenig Handhabe, um eine Antenne zu verhindern.» Man konnte sich auf Immissionen berufen oder behördliches Ermessen geltend machen. «Mit einer Karte gibt es klare Verhältnisse», sagt Trachsel. Er schränkt aber ein, dass man das Projekt erst in Angriff nehme und es seine Zeit dauere, bis man sehe, ob das ein gangbarer Weg sei. Wenig Erfolg hatte die Gemeinde Langnau mit der Suche nach dem idealen Standort für eine neue Antenne. «Wir haben keinen gefunden», sagt Bauvorstand Albert Stocker (SVP). Thalwil sieht die Suche nach Sendestandorten in der gegenwärtig in Überarbeitung befindlichen Bau- und Zonenordnung nicht vor. «Im Rahmen des Einwendungsverfahrens können entsprechende Begehren gestellt werden», sagt Thalwils Gemeindeschreiber Martin Pallioppi. Swisscom warnt vor Euphorie Der Mobilfunkbetreiber Swisscom hat gegenüber dem Richterswiler Modell Vorbehalte. Swisscom-Sprecherin Myriam Ziesack sagt: «Auch wenn die Gemeinde bestimmen würde, wo ein Sendemast zu stehen kommen soll, gelten die Rahmenbedingungen. Das heisst, die Anwohner hätten weiterhin das Recht, sich mit Rekursen gegen eine Baubewilligung zu wehren.» Mobilfunkantenne auf dem Gebäude der Gemeindewerke Horgen. Foto: Sabine Rock

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