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Anders reisen mit der Edition Erdenklang aus Feldmeilen

Ein ungewöhnlicher Reiseführer wirbt mit Reportagen, Rezepten und Gedichten für sinnvolle Ferien.

Feldmeilen/Küsnacht. - Ein klassischer Reiseführer für die Sommerferien ist es sicher nicht, das bislang einzige Buch der Edition Erdenklang aus Feldmeilen. Aber ein Reisebegleiter möchte es sein, und zwar für Menschen, die in den Sommerferien mehr erleben wollen als den täglichen Trott zwischen Hotelbar und Swimmingpool. Es will anregen zu sinnvolleren Ferien - oder eben zu «Sinnferien», wie es im Titel steht. Entstanden ist das Buch auf Anregung der Küsnachter Psychologin Angelika U. Reutter. Die Idee dahinter: Die Konsum- und Wegwerfkultur ist auch im Tourismus allgegenwärtig; sie verstellt den Blick auf den Ort, an dem man Ferien macht. Deshalb können sich viele Touristen gar nicht mit dem nötigen Respekt auf diesen einlassen. Abhilfe verspricht Reutter jenen, denen es gelingt, sich selbst bewusst wahrzunehmen. Wer eine solche Achtsamkeit entwickle, könne schliesslich auch ein Gefühl echter Wertschätzung gegenüber seiner Umwelt entfalten. Was dabei herauskommen kann, zeigt das Buch: Es versammelt Erfahrungsberichte, Reportagen, Rezepte und Gedichte einer Reisegruppe, die auf der liparischen Insel Filicudi versucht hat, die Ferien mit wachen Sinnen zu verbringen. Sie haben jeden Tag mit Meditation und Tai-Chi begonnen. Auf diese Weise versuchten sie sich «zu erden», wie sie selbst schreiben. Diese Sprache der Esoterik zieht sich durch das ganze Buch. Dass dies nicht jedermanns Sache ist, weiss die Geschäftsführerin von Edition Erdenklang, Beatrice Wäger Hayoz aus Feldmeilen: «Es braucht schon eine gewisse Offenheit solchen Fragen gegenüber», sagt die ehemalige Meilemer RAV-Leiterin freimütig. Wer diese Offenheit aufbringt, entdeckt im Buch neben etwas entrückt anmutender Poesie auch Texte von durchaus handfestem Charakter. Man lernt die Inselbewohner kennen, erfährt etwas über lokale Speisen und wird sogar zum Zeugen einer spontanen Abfall-Sammelaktion - das dürfte selbst Skeptiker dazu anregen, ihre Reisegewohnheiten zu hintersinnen. Man kann einwerfen, dass man seine Ferien auch dann bewusster und mit wachen Sinnen verbringen kann, wenn man mit Energieströmen und Erdenklängen nicht viel anzufangen weiss. Für Beatrice Wäger Hayoz ist das kein Problem: «Der im Buch beschriebene Weg ist nicht der einzig mögliche», sagt sie. Sie sieht diesen auf innere Werte abzielenden Ansatz als Ergänzung zu herkömmlichen Öko-Ferien. Für sie und zahlreiche andere, die im Buch zu Wort kommen, ist es ein Weg, der mit viel Gewinn beschritten wird. Dieses Jahr ist die engagierte Reisende nach Skandinavien unterwegs - und zwar geruhsam, mit Zug und Schiff. «So hat die Seele Zeit mitzureisen», sagt sie. (hub)

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