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Am Bahnhof Niederweningen wird der Verkehr entflochten

Das Bahnhofsareal soll durch eine klare Linienführung und Fussgängerinseln sicherer werden. Zebrastreifen und Tempo 50 wird es wohl nicht geben

Von Caroline Bossert Niederweningen – Die Zufahrt zum Bahnhofparkplatz in Niederweningen ist unübersichtlich, Pendler rennen zu Stossverkehrszeiten über die Kantonsstrasse, gleichzeitig biegt der Bus ein, der Verkehr rollt mit Tempo 60 über die Strasse, und Autofahrer kreuzen beim Einbiegen auf den Bahnhofplatz die Busspuren, zwängen sich an Fussgängern vorbei, um im Migrolino eine Kleinigkeit einzukaufen. Viele Niederweninger empfinden die Verkehrssituation am Bahnhof Niederweningen als gefährlich. Dementsprechend gross war der Andrang an der Informationsveranstaltung zur Neugestaltung des Areals. Rund 100 Interessierte wollten wissen, mit welchen Mitteln der Kanton dem Verkehrschaos ein Ende setzen will. Der Osten für die Busse Die präsentierte Konzeptstudie sieht folgende Lösungen vor: Neu soll der gesamte östliche Teil des Bahnhofareals nur noch den Bussen vorbehalten sein. Ihre Ein- und Ausfahrten wären von der Wehntalerstrasse klar abgegrenzt. Der Wartebereich beim Busbahnhof soll erhöht werden und somit klar den Fussgängern vorbehalten bleiben. Der westliche Teil ist dem Privatverkehr und dem Zulieferdienst vorbehalten, wobei die Einfahrt neu vorne beim Bahnhofgebäude zu liegen kommt. In diesem vorderen Bereich sollen sich auch die Kurzzeitparkplätze befinden. Petition für mehr Sicherheit Auf der Wehntalerstrasse soll ein Mittelstreifen für mehr Sicherheit sorgen. Dieser würde gefährliche Überholmanöver verhindern. Die dadurch optisch verengte Fahrbahn soll die Autofahrer dazu bringen, langsamer zu fahren. Auch eine Fussgängerinsel ist vorgesehen. Die Bauarbeiten sollten bis Ende 2015 beendet sein. Die Baukosten belaufen sich auf rund 3,9 Millionen Franken. Davon trägt der Kanton Zürich mit 2,1 Millionen Franken den Löwenanteil. Auf Niederweningen würden rund 350 000 Franken entfallen. Obwohl der vom Kanton beauftragte Planer Christoph Lippuner gleich zu Beginn sagte, dass Strassenmarkierungen und Fussgängerstreifen in der Konzeptphase noch kein Thema seien, drehten sich in der anschliessenden Fragerunde die meisten Voten um diesen Punkt. Bereits im September 2010 verlangten 179 Petitionäre mehr Sicherheit am Bahnhof. Sie forderten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h sowie einen Fussgängerstreifen und eine Verkehrsinsel beim Bahnhof. Dies, nachdem sich einige Monate zuvor an dieser Stelle ein tödlicher Verkehrsunfall ereignet hatte. Ein Postauto übersah damals beim Einbiegen in die Wehntalerstrasse einen Motorradfahrer. Streitpunkt Zebrastreifen «Ohne Fussgängerstreifen herrscht eine unklare Situation. Die Autofahrer wissen nicht, ob sie für den Passanten anhalten sollen oder nicht», warf eine Besucherin ein. Hans Frischknecht, Zuständiger für die Strassensignalisation bei der Kantonspolizei Zürich, sagte, dass Fussgängerstreifen ausserorts eine Gefahr darstellen können. Sie würden Passanten dazu animieren, achtlos auf die Strasse hinauszulaufen. Hinzu komme, dass Automobilisten ausserorts einem Fussgängerstreifen eher weniger Beachtung schenken als innerorts – besonders dann, wenn er nur schwach frequentiert wird. «Ohne Fussgängerstreifen passen Passanten beim Queren der Strasse in der Regel besser auf», sagte er. Enge Strasse statt Tempo 50 Auch die Forderung nach einer Temporeduktion auf 50 km/h fand wenig Gehör. Tempo 50 sei ausserorts per Gesetz nicht möglich. Wolle man dies dennoch begründen, sei ein Gutachten zwingend nötig. Zudem müsse die Geschwindigkeitsbeschränkung vom Autofahrer akzeptiert werden. Dies erreiche man eher mit baulichen Massnahmen, sagte der Ingenieur. «Wie viele Unfälle sind noch nötig, bis Sie ein Gutachten erstellen», erwiderte ein aufgebrachter Zuhörer. «Das Bahnhofareal ist Teil des Dorfs und nicht ausserorts», sagte eine Dame. Diese Grenzen würden sich mit zunehmender Besiedlung allmählich verschieben.

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