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Ohne Publikum geht nichts: Ein Künstlerpaar zapft andere an für seine Kunst.

von daniel morgenthaler video / Performance «Finnische Präsidentin im fahrenden Zug am offenen Hirn operiert!» Eigentlich eine perfekte «Blick»-Schlagzeile, aber zum Glück alles nur geträumt: Das Künstlerpaar Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen hat per Aufruf Traumerzählungen gesammelt, in denen die Präsidentin von Finnland vorkommt. In der Shedhalle-Schau «Forms of Participation» ist nun ein Video zu sehen, in dem einige dieser Träume nachgestellt wurden. Da muss die oberste Chefin schon mal unters Messer oder macht bei einer Sitzung Stretching. Das Duo, das bereits 2009 mit dem «Beschwerdechor» in der Shedhalle auftrat – damals durften Zürcher heraussingen, was sie nervte –, zapft aber nicht nur die Gehirne von Menschen mit präsidialen Träumen an. Es sammelte auch schon Probleme, mit denen man bei der Arbeit konfrontiert ist (siehe Bild); ein weiteres Filmskript entstand bei Gesprächen mit Psychiatriepatienten. Die künstlerische Strategie der Kalleinens lässt sich vielleicht mit dem digitalen Phänomen des Crowdsourcing vergleichen, bei dem Internetuser bei der Bewältigung einer Aufgabe helfen. Das Duo bezieht sein Material ebenfalls aus der Menge und fertigt daraus, oft mithilfe der Informationsgeber, Werke mit mehreren Urhebern. Manchmal sogar live: Am Eröffnungsabend darf jeder, der will, fünf Minuten Bühnenzeit beanspruchen. Sozusagen als ein kleiner Hirneingriff im fahrenden Zug der Ideen. So setzt man künstlerisch um, dass es einem bei der Arbeit stinkt. Vernissage Fr 19 Uhr Bis 15.4.Mi–Fr 13–18 Uhr, Sa / So 12–18 Uhr Bilder: Tellervo Kalleinen & Oliver Kochta-Kalleinen / Shedhalle Zürich / zvg; Urmano / Kunsthalle Winterthur / zvg

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