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Aktion ohne Geld, aber mit guten Kontakten: Jugendliche geben ihrem Pausenplatz einen neuen Anstrich

In der Aktion «72 Stunden» leisteten Jugendliche Freiwilligenarbeit. In Horgen gestalteten Schüler den Pausenplatz im Rainweg um.

Von Andreas Kurz Horgen – In der ganzen Schweiz setzten sich am Wochenende 30 000 Jugendliche während 72 Stunden für gemeinnützige Projekte ein. Auch im Bezirk Horgen beteiligten sich zahlreiche Vereine wie Cevi, Pfadi oder Jungwacht an der Aktion. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände. Die Jugendarbeit Drehscheibe Horgen stellte ebenfalls ein Projekt zusammen. Dabei verschönerten zwölf Jugendliche den Pausenplatz des Schulhauses Rainweg. Das Ganze war eine einzige Ad-hoc-Übung. Erst am Freitag beim Auftakt wurden die Schüler über ihr Projekt informiert. Linda Fäh zu Besuch Amelind Klaici ist einer der beiden Gruppenleiter, die zum Startschuss am Freitagabend sogar Miss Schweiz Linda Fäh aufbieten konnten. Auf die Idee mit dem Rainweg kamen sie, als sie gehört hatten, dass der Schulleiter den Pausenplatz umgestalten will. «Wir dachten, das wäre etwas für uns.» Der konkrete Plan sei erst am Freitag ausgearbeitet worden, erzählte der Sekschüler. Sie seien alle zusammengesessen und hätten die abenteuerlichsten Ideen aufgeschrieben. «Das ging vom Biotop bis zur Riesenrutschbahn.» Schliesslich habe man sich auf eine «Chill-Lounge» geeinigt: ein kleines Plätzchen auf der Wiese des Schulhofs. Die Sitzplätze bestehen dabei aus abgesägten Baumstrünken. Rundherum sollten Sträucher gepflanzt werden und ein Kiesweg entstehen, der zum Plätzchen in der Wiese führt. Die Hoffnung auf Goodwill Für das dazu benötigte Material stand den Jugendlichen kein Geld zur Verfügung. Sie mussten auf den Goodwill von Gewerbebetrieben aus der Region hoffen. «Wir haben zwei Seiten voll mit Nummern abtelefoniert», sagt Amelind Klaici. «Viele Betriebe haben aber abgewunken, als wir erzählten, dass wir nichts dafür bezahlen können. Mit der Zeit ist die Motivation dann nicht mehr so hoch.» So halfen nur persönliche Kontakte weiter. Der Achtklässler Pascal Grimm etwa liess seine Beziehungen spielen und hatte bei Bekannten aus Gewerbebetrieben Material organisiert. Schliesslich hatten die Jugendlichen alles beisammen: Baumstrünke vom Förster, Sträucher vom Gärtner, Farbe vom Malergeschäft und eine Sitzbank von der Gemeinde. Ehrgeizige Ziele Die Jugendlichen hätten sich ehrgeizige Ziele gesteckt, sagte Susanna Valentin von der Drehscheibe. «Für einige ist es anstrengend, weil es ungewohnte Arbeiten sind.» Tatsächlich klagen am zweiten Tag schon viele über Schmerzen und Blasen an den Händen. Am Samstagnachmittag zogen die meisten ausgedehnte Pausen ein. Pascal Grimm hatte sich derweil den Farbroller geschnappt und bemalte eine kleine Mauer mit blauer Farbe. Weil die Farbe knapp war, konnte nur eine Schicht aufgetragen werden, und aufs Abdecken des Plattenbodens verzichteten die Jugendlichen grosszügig. Eigentlich male er ja nicht so gerne, gab der Schüler aus der achten Klasse zu, «aber wenn ich sehe, dass es nicht vorwärtsgeht, werde ich stinkig.» Alles blau: Die Schüler wollten, dass es vorwärtsgeht. Foto: Silvia Luckner

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