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15 Klotener Schnäuze für einen guten Zweck

Die Eishockeyspieler der Kloten Flyers haben sich einen Monat lang nicht mehr rasiert. Mit ihrer Fotoaktion rufen sie zu Spenden für die Krebsliga auf.

Von Caroline Bossert Kloten – Die Aktion nennt sich «Movember», ein Mix aus Moustache und November, und stammt aus Australien. Dort lassen sich die Männer während des ganzen Monats einen Schnauz wachsen, um auf das Thema Prostatakrebs aufmerksam zu machen und um Spenden für die Erforschung des Krebses zu sammeln. Dieses Jahr zogen auch die Spieler der Kloten Flyers mit und liessen ihre Oberlippenbärte spriessen. Initiiert hat das Ganze der Flyers-Goalie Ronnie Rüeger. «Letztes Jahr haben bereits zwei, drei Spieler einen Schnauz getragen, einfach so, aus Jux», sagt der 38-Jährige. «Ich dachte, wenn wir schon schlecht aussehen, dann wenigstens für einen guten Zweck.» Jeder Rappen zählt Fast die gesamte Mannschaft lässt seit Anfang Monat die Gesichtshaare wachsen und hat dazu eigens eine Facebook-Seite erstellt, die den Wildwuchs dokumentiert. Wem die Bilder gefallen, der kann auf das Konto der Kloten Flyers Spenden einzahlen. Der Betrag kommt der Krebsliga zugute. Über 1000 Franken sind so schon zusammengekommen. Die Mannschaft selbst spendet 3500 Franken. «Ich hoffe, dass nun auf Ende Monat, wenn wieder Zahltag ist, noch mehr Leute mitziehen», sagt Rüeger. «Selbst 5 Franken sind schon etwas wert.» Die Flyers engagieren sich nicht zuletzt wegen ihres Mitspielers Romano Lemm. Der 27-Jährige musste sich kürzlich einen gutartigen Hirnnerventumor entfernen lassen. «Das hat uns sehr betroffen gemacht», sagt Rüeger. Allerdings hätten die Spieler bei der Aktion wohl auch sonst mitgemacht. Ungewohnte Haarpracht Der Goalie zeigt sich erfreut, dass fast alle Flyers bei der Aktion freiwillig mitzogen, obwohl der Schnauz nicht übermässig angesagt ist. «Ein Spieler zog sich anfangs sogar die Kappe tiefer ins Gesicht, als er einkaufen ging», erzählt er lachend. Mittlerweile hätten sich die meisten aber an die haarige Pracht gewöhnt. Eigentlich komme sie ihnen nur noch in den Sinn, wenn sie vor dem Spiegel stehen. Dennoch zählen die Flyers die Tage, bis sie das Schnäuzchen wegrasieren dürfen. So etwa Steve Kellenberger. Der 24-Jährige musste sich diesen Monat einige Sprüche gefallen lassen. «Manche fanden, ich sehe aus wie ein Kinderschänder, weil der rote Schnauz komisch wirkt», berichtet der Stürmer. Ausserdem fange der Schnauz langsam an zu beissen. Auch Stürmer Yannick Herren macht der Bartwuchs eher zu schaffen. «Seit ich den Schnauz trage, habe ich mit trockenen Lippen zu kämpfen.»Auch Ronnie Rüeger möchte seinen Gesichtsschmuck loswerden, obwohl das Prachtexemplar seinem Schatz Nike Panitsas gefällt. «Am Mittwochabend kommt das Ding unters Messer», sagt er freudig. Ihm gefallen Schnäuze nicht besonders. Doch die Ästhetik spielte für ihn diesen Monat keine grosse Rolle. «Mir ging es darum, auf das Thema Krebs aufmerksam zu machen und Spenden für die Krebsforschung zu sammeln. Das ist viel wichtiger.» Die Frauen fandens toll Einzig Eric Blum fand Gefallen am Oberlippenbart. «Ich trage den Schnauz mit Stolz und Würde», sagt der Verteidiger und zwirbelt zufrieden mit den Fingern an den Enden seines Bartes. «Als Halb-Japaner war ich schon froh, dass überhaupt ein paar Gesichtshaare wuchsen.» Blum denkt deshalb schon daran, den Schnauz zu behalten. «Die Frauen fanden ihn alle toll», sagt er. «Man sollte den Schnauz wiederbeleben. Die Männerwelt sollte unbedingt wieder mehr Schnäuze tragen.» Nicht bei jedem wollten die Haare spriessen. Doch fast alle Spieler der Kloten Flyers zogen bei der Spendenaktion mit. Foto: Balz Murer

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