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IG Dorfladen mit logischem Verlust

Die Genossenschaft

Eigenartiges trug sich im Restaurant Möve in Faulensee zu. An der 5.Hauptversammlung der Genossenschaft IG Dorfladen hatte der Vorstand um Präsident Bernhard Schaller erstmals einen Verlust zu rechtfertigen – und die Anwesenden nahmen die an sich schlechten Neuigkeiten hin, ohne auch nur eine kritische Frage zu stellen. Verlust wegen des Umbaus Nun, der Verlust lässt sich ja auch erklären. Die Genossenschaft hatte einen nicht unerheblichen Beitrag an die Umbauarbeiten zu leisten. Konkret musste sie für die Boden- und Malerarbeiten sowie für die Isolation aufkommen, während das Unternehmen Volg als Mieter den Löwenanteil bezahlte. Die Aufwendungen bezüglich der Liegenschaft beliefen sich deshalb auf 30479 Franken, was das Ergebnis massiv beeinträchtigte. Der Jahresverlust von 13259 Franken hat für die Genossenschafter Folgen. Sie werden keine Dividenden erhalten – ein Novum. Offenbar ist das für die Genossenschafter verkraftbar. «Sie bilden eine Interessengemeinschaft, für die die Sache im Vordergrund steht und eigener finanzieller Gewinn allenfalls an zweiter Stelle kommt», begründet Walter Zenger. Der Kassier heimste während der kurzen und durchaus schmerzlosen Versammlung wie all seine Kolleginnen und Kollegen vom Vorstand grossen Applaus ein für sein Tun. Der Vorstand geht davon aus, bereits nächstes Jahr wieder einen Gewinn präsentieren zu können. «Die Investitionen sind getätigt und sollten nun für ein paar Jahre reichen», sagte Schaller. Zufrieden mit Partner Volg Im Juni 2004 war die Genossenschaft IG Dorfladen auf Initiative von Oswald Bettler gegründet worden. Ziel war es, den einen Dorfladen in der Bäuert Faulensee, einem Spiezer Ortsteil, zu garantieren. Mit Volg wurde ein Partner gefunden, mit dem «ausgezeichnet zusammengearbeitet wird», wie Präsident Schaller befand. Das Echo aus der Bevölkerung sei sehr gut. Beleg dafür: Mittlerweile zählt die Genossenschaft 201 Mitglieder, darunter Inhaber von Ferienwohnungen. Zur Gründungszeit wurden Darlehen in Höhe von 100000 Franken aufgenommen. In der Zwischenzeit wurden diese zu 30 Prozent zurückbezahlt. «Das Ziel ist es, raschmöglichst schuldenfrei zu werden», formulierte Zenger; der jährliche Schuldenrückgang um 6 Prozent soll beibehalten werden. Die Genossenschafter sind sich offensichtlich einig: Partner Volg macht seine Sache hervorragend. «Die Angestellten sind freundlich, die Produkte frisch und aus der Region.» Kürzlich wurde der Vertrag mit Volg bis 2014 verlängert. Schaller ist damit glücklich und spricht von einer «Win-Win-Situation». Er prophezeit: «Den Dorfladen wird es noch ein Weilchen geben.»Adrian Horn >

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