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Geschichten ohne Worte erzählt

Er fesselte das Publikum im «Seepark» mit seinen Geschichten. Dabei sprach er kein Wort: Der Pantomime Carlos Martinez.

Die Gespräche unter den gut 250 Gästen im «Seepark» verstummten. Es wurde mäuschenstill, als der Mann mit dem weissen Gesicht und den schwarzen Kleidern auf der Bühne erschien. Dann begann der Mime Carlos Martinez seine Geschichten zu erzählen. Ohne Worte, doch sein Gesicht und seine Hände sprachen Bände. Er wurde zum Künstler in der Garderobe, trank noch schnell einen heissen Tee, den er auch grosszügig nachsüsste, was zu erstem Kichern führte. Mit der Hand wedelnd, verteilte der Pantomime die intensive Duftwolke des Rasierwassers, das er sich vorher ins Gesicht geschmissen hatte. Rasantes Spiegelspiel Schon bei seinem Besuch in der Bibliothek konnten sich die Gäste nicht mehr zurückhalten. Als der Mime das zu alleroberst platzierte Buch nach vielen verzweifelten Versuchen endlich mit einer Leiter erhaschen konnte, löste er erste Lacher aus. Der Bann war gebrochen, der Funke gesprungen. Mit rasanter Geschwindigkeit wechselte Martinez sein Gesicht vor dem imaginären Spiegel. Er imitierte Höhenangst, mimte den Helden, den Charmeur und den von Bauchweh Geplagten. Das Gelächter wurde immer grösser. Die Gäste genossen das zauberhafte Spiel zwischen übermütigem Humor und stiller Tiefe und die Professionalität, mit welcher der Mime Alltägliches in Bilder umsetzte. Seit gut 25 Jahren frönt Carlos Martinez seiner Leidenschaft, der Pantomime. Mit seinem Soloprogramm bereist er die Welt. Sein jüngstes Programm «Books Without Words» präsentierte er am Mittwoch im Hotel Seepark in Thun. Verena Holzer >

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