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Van Tuchel und Von Lanthen

Louis van Gaal hat vor wenigen Tagen erklärt, wie er das so sieht mit der Erziehung. Der holländische Bayern-Trainer lässt sich demnach von seinen Töchtern – 33 und 31 Jahre alt – siezen. Das gebiete der Respekt vor der älteren Generation, sagte der strenge Fussballlehrer. Man darf das ruhig autoritär finden, auf jeden Fall ist es ungewöhnlich, selbst wenn der gute Mann einen adligen Namenszusatz besitzt. Möglicherweise ist es bloss reiner Zufall, aber gegenwärtig sinkt der Respekt vor der Bundesliga-Autorität Bayern München beinahe von Tag zu Tag. Nach der peinlichen 1:2-Niederlage am Samstag beim bescheidenen Aufsteiger Mainz wird in der Karnevalshochburg am Rhein mitten im Spätsommer tüchtig gefestet – und der junge, bisher unbekannte Mainz-Trainer Thomas Tuchel dürfte vermutlich für einige Zeit «van Tuchel» genannt werden. Nicht bekannt ist, ob sich der 35-Jährige von seinen Fussballern duzen lässt oder nicht. Van Gaal als Bayern-Trainer verspricht jedenfalls weiterhin beste Unterhaltung, zumal der begnadete Solist Franck Ribéry keine Lust verspürt, die ihm zugeordnete Rolle als Spielmacher mit Teamgedanken zu interpretieren. Der Franzose fühlt sich am linken Flügel (und ohne defensive Vorgaben) wohler. Und Van Gaal ist in den letzten Jahren zwar als erfolgreicher Trainer aufgefallen, nicht aber als behutsamer Psychologe im Umgang mit Diven und Stars. Auf Ribéry und die Bayern könnte der FC Zürich bald in der Sternenliga treffen. Wir sind schon sehr gespannt, was der «Blick» am Mittwoch titeln wird, wenn der FCZ die Hürde FK Ventspils überwunden und sich für die Champions League qualifiziert hat. Wir schlagen vor: «Die FCZ-Riesen – Bickel, Canepa und Challandes als wahre Helden!» Nach der 2:3-Niederlage im Heimspiel gegen Maribor hatte der Boulevard die FCZ-Spieler als Zwergen beschimpft – und Sportchef Fredy Bickel, Präsident Ancillo Canepa sowie Trainer Bernard Challandes als wahre Versager ausgemacht Im Fussball gehts schnell, von Torhüter Andrea Guatellis bösen Aussetzern gegen Maribor Ende Juli spricht keiner mehr. Zürich steht kurz davor, als viertes Schweizer Team nach GC, Basel und Thun die europäische Königsklasse zu erreichen. Eigentlich durfte man das vom Meister ja erwarten, die günstige Auslosung mit Gegnern der fussballerischen Drittklassnationen Slowenien und Lettland hat die Aufgabe nicht unbedingt erschwert. Einen noblen Namen hat der FCZ nicht zu bieten, aber immerhin Johan Von Lanthen als Symbol für den Aufschwung der letzten Wochen. fdr >

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