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Holland nach 32 Jahren wieder im WM-Final

Die «Elftal» war beim 3:2 gegen Uruguay die bessere Mannschaft, hatte aber erneut das Schiedsrichter-Gespann auf ihrer Seite.

Stephan Roth und Si
Robin van Persie steht bei Wesley Sneijders Schuss zum 2:1 knapp im Offside und irritiert Torhüter Fernando Muslera.
Robin van Persie steht bei Wesley Sneijders Schuss zum 2:1 knapp im Offside und irritiert Torhüter Fernando Muslera.
...einem Gegenspieler zwischen den Beinen durch...
...einem Gegenspieler zwischen den Beinen durch...
...der Ball wird leicht abgefälscht...
...der Ball wird leicht abgefälscht...
...und Torhüter Fernando Muslera wird vom hauchdünn im Offside stehenden Robin van Persie noch irritiert.
...und Torhüter Fernando Muslera wird vom hauchdünn im Offside stehenden Robin van Persie noch irritiert.
Und nur 180 Sekunden nach dem 2:1 erhöhte Arjen Robben auf 3:1.
Und nur 180 Sekunden nach dem 2:1 erhöhte Arjen Robben auf 3:1.
Der Profi von Bayern München erzielte eines seiner seltenen Kopftore...
Der Profi von Bayern München erzielte eines seiner seltenen Kopftore...
...und schaut dann selber staunend dem Ball nach.
...und schaut dann selber staunend dem Ball nach.
Harter Kampf: Demy de Zeeuw wird beim versuchten Fallrückzieher von Martin Caceres schmerzhaft im Gesicht getroffen.
Harter Kampf: Demy de Zeeuw wird beim versuchten Fallrückzieher von Martin Caceres schmerzhaft im Gesicht getroffen.
Lange Zeit fanden die Holländer mit Robin van Persie gegen die gut organisierten Uruguayer Martin Caceres und Egidio Arevalo Rios kein Mittel.
Lange Zeit fanden die Holländer mit Robin van Persie gegen die gut organisierten Uruguayer Martin Caceres und Egidio Arevalo Rios kein Mittel.
Fernando Muslera streckte sich vergeblich nach dem Knaller (ZDF-Messung: 37,6 m) von Giovanni van Bronckhorst.
Fernando Muslera streckte sich vergeblich nach dem Knaller (ZDF-Messung: 37,6 m) von Giovanni van Bronckhorst.
Van Bronckhorst feiert die Führung und sein erst 6. Tor im 105. Länderspiel für die «Elftal».
Van Bronckhorst feiert die Führung und sein erst 6. Tor im 105. Länderspiel für die «Elftal».
Die holländischen Spieler feierten ihren seltenen Torschützen.
Die holländischen Spieler feierten ihren seltenen Torschützen.
Die holländische Freude hielt indes nicht lange: Diego Forlan glich, ebenfalls mit einem Distanzschuss, den Halbfinal wieder aus.
Die holländische Freude hielt indes nicht lange: Diego Forlan glich, ebenfalls mit einem Distanzschuss, den Halbfinal wieder aus.
Maarten Stekelenburg machte beim 1:1 allerdings keine glückliche Figur.
Maarten Stekelenburg machte beim 1:1 allerdings keine glückliche Figur.
Für Diego Forlan war es schon das vierte Tor an dieser WM.
Für Diego Forlan war es schon das vierte Tor an dieser WM.
Hollands Kronprinz Willem Alexander und Kronprinzessin Maxima waren vom Sieg ihrer Mannschaft auf der Tribüne begeistert.
Hollands Kronprinz Willem Alexander und Kronprinzessin Maxima waren vom Sieg ihrer Mannschaft auf der Tribüne begeistert.
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Ein Doppelschlag trägt Holland die erste WM-Finalteilnahme seit 32 Jahren ein. Die Holländer setzten sich im ersten Halbfinal in Kapstadt gegen Uruguay 3:2 durch und treffen am Sonntag auf Deutschland oder Spanien. Den dritten Einzug ins Endspiel nach 1974 und 1978 verdankte das Team von Bert van Maarwijk, das im Vergleich mit dem Viertelfinal gegen Brasilien auf drei Positionen verändert angetreten war, einem Doppelschlag in der zweiten Halbzeit.

Wesley Sneijder und Arjen Robben führten die nicht sehr überzeugenden Holländer, die es als erst zweites Team nach Brasilien (2002) mit der maximalen Ausbeute in den Final schafften, mit ihren Treffern innerhalb von drei Minuten zum zehnten Sieg in Serie. In der 70. prallte ein Schuss von Sneijder (5. WM-Tor) via Bein von Maxi Perreira ins Tor, keine 180 Sekunden später erhöhte Robben per Kopf auf 3:1.

Van Persie stand beim 2:1 im Offside

Beim fünften WM-Tor von Sneijder hatten die Holländer wie schon im Viertelfinal gegen Brasilien, als der japanische Unparteiische Nishimura eine Grätsche von De Jong gegen Kaká beim Stand von 1:0 für Brasilien nicht als penaltywürdig eingestuft hatte, Glück mit dem Schiedsrichter-Gespann. Robin van Persie war bei Sneijders Schuss knapp im Offside gestanden und hatte Torhüter Muslera sichtbar irritiert.

Von diesem Doppelschlag erholte sich Uruguay, das davor ein ebenbürtiger Gegner gewesen war, nicht mehr. Das 2:3 durch Maxi Pereira nach einer gewieften Freistoss-Variante (92.) kam zu spät, auch wenn Holland bangen musste.

Für einen der schönsten Treffer des Turniers war im zweitletzten Spiel seiner langen Karriere Giovanni van Bronckhorst besorgt. Der nach der WM abtretende Captain der «Elftal» zog in der 18. Minute aus grosser Entfernung ab, sein strammer Schuss schlug regelrecht in der hohen weiten Torecke zum 1:0 ein. Die Fifa-Statistiker errechneten bei Van Bronckhorsts erst sechstem Tor im 105. Länderspiel eine Distanz von 37,6 Metern und eine Schussgeschwindigkeit von 109 km/h.

Van Marwijk: «Wir haben eine Mission»

Fast wie die Jungfrau zum Kind, und ebenfalls von weit ausserhalb des Strafraums, kam Uruguay kurz vor der Pause zum Ausgleich. Einen Linksschuss von Captain Diego Forlan mitten aufs Tor vermochte Hollands bislang so sicherer Keeper Marten Stekelenburg in der 41. Minute nicht abzuwehren. Nicht der Flatterball Jabulani war Schuld am 1:1, dem vierten WM-Treffer Forlans, sondern der für einmal fehlerhafte Goalie von Ajax Amsterdam.

Weil Hollands hochgelobtes offensives Mittelfeld zu oft zu unpräzise agierte, blieben die Überraschungsmomente aus. Uruguays defensives Konzept mit starkem Pressing und drei eher nach hinten orientierten Mittelfeldspielern machte dem Favoriten das Leben sehr schwer. Bis Sneijders 2:1 Uruguay den entscheidenden Nackenschlag verpasste.

Europa übertrumpft Südamerika

Während die holländischen Spieler nach dem Sieg noch mit den Fans feierten, sagte Trainer Bert van Marwijk: «Wir sind ein kleines Land. Es ist unglaublich, dass wir im Final stehen. Aber ich habe schon bei meinem ersten Arbeitstag gesagt: ‹Wir haben eine Mission.›»

Mit dem Finaleinzug von Holland hat Europa den zehnten WM-Titel bereits gesichert und übertrumpft damit die Teams aus dem südamerikanischen Verband, die bisher neun WM-Titel geholt haben. Erstmals wird ein europäisches Team ausserhalb des eigenen Kontinents Weltmeister.

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