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«Wir haben Fehler gemacht – der Schiedsrichter einen noch grösseren»

Englands Nationaltrainer Fabio Capello klagte nach dem 1:4 gegen Deutschland über das nicht gegebene Tor von Frank Lampard.

Stephan Roth
Die heisseste Szene der Partie: Frank Lampard erzielt den vermeintlichen Ausgleich für England. Das Schiedsrichtergespann aus Uruguay hat nicht gesehen, dass der Ball hinter der Linie war.
Die heisseste Szene der Partie: Frank Lampard erzielt den vermeintlichen Ausgleich für England. Das Schiedsrichtergespann aus Uruguay hat nicht gesehen, dass der Ball hinter der Linie war.
Auch David Beckham hat gesehen, wie klar der Ball hinter der Linie war.
Auch David Beckham hat gesehen, wie klar der Ball hinter der Linie war.
Erste Aufregung bei Wayne Rooney nach wenigen Minuten.
Erste Aufregung bei Wayne Rooney nach wenigen Minuten.
Ashley Cole kann Mesut Özil nicht am Abschluss hindern. David James pariert.
Ashley Cole kann Mesut Özil nicht am Abschluss hindern. David James pariert.
Miroslav Klose legt den Ball zur 1:0-Führung an David James vorbei.
Miroslav Klose legt den Ball zur 1:0-Führung an David James vorbei.
Der Torschütze wird von Thomas Müller beglückwünscht.
Der Torschütze wird von Thomas Müller beglückwünscht.
Per Mertesacker kann Wayne Rooney nicht am Schuss hindern.
Per Mertesacker kann Wayne Rooney nicht am Schuss hindern.
Lukas Podolski erwischt David James zwischen den Beinen.
Lukas Podolski erwischt David James zwischen den Beinen.
Hängende Köpfe bei den Engländern nach dem zweiten Gegentreffer.
Hängende Köpfe bei den Engländern nach dem zweiten Gegentreffer.
David James holt den Ball aus dem Tor.
David James holt den Ball aus dem Tor.
Miroslav Klose wird von seinen Mannschaftskollegen gefeiert.
Miroslav Klose wird von seinen Mannschaftskollegen gefeiert.
Matthew Upson bringt England mit einem schönem Kopfball in Führung.
Matthew Upson bringt England mit einem schönem Kopfball in Führung.
Frank Lampard und Bastian Schweinsteiger in einem harten Duell.
Frank Lampard und Bastian Schweinsteiger in einem harten Duell.
Thomas Müller erzielt das 3:1 für Deutschland.
Thomas Müller erzielt das 3:1 für Deutschland.
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Über das berühmte Wembley-Tor des Engländers Geoff Hurst im WM-Final von 1966 gegen Deutschland wird heute noch diskutiert. Man geht zwar davon aus, dass der Ball nicht hinter der Linie war, bewiesen wurde es aber nie. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied nach Rücksprache mit dem sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow auf Tor. Eine Diskussion, ob Frank Lampards vermeintlicher Ausgleich zum 2:2 ein korrektes Tor war oder nicht, wird es diesmal nicht geben.

«Deutlicher kann es nicht sein. Es ist doch fast ein halber Meter. Das hätte der Linienrichter sehen müssen», sagte der deutsche «Sky»-Experte Franz Beckenbauer, der 1966 im Wembley auf dem Platz gestanden war, über den Uruguayer Mauricio Espinosa. Und sein ARD-Kollege Günther Netzer behauptete gar: «Ich bin sprachlos.»

«Es tut mir leid für die Engländer»

«Das Tor hätte man geben müssen», konstatierte auch Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw, der sich trotz der deutlichen Dominanz seines Teams Fragen über Lampards nicht gesehenen Treffer gefallen lassen musste. «Es tut mir leid für die Engländer», sagte Teammanager Oliver Bierhoff. «Doch ich bin überzeugt, dass wir auch sonst gewonnen hätten.»

«Ich verstehe nicht, warum wir in unserer heutigen Zeit mit so viel Technologie noch über solche Dinge reden müssen. Wir haben Fehler gemacht – aber der Schiedsrichter hat einen noch grösseren gemacht», sagte auch Englands italienischer Trainer Fabio Capello, der nach dem Out nicht zurücktreten will. Er verstieg sich gar zur Behauptung, dass sein Team gut gespielt habe. «Wenn es unentschieden gestanden hätte, wäre das sehr wichtig für uns gewesen.»

«Ausgleichende Gerechtigkeit für das Wembley-Tor»

Für Deutschlands Doppeltorschütze Thomas Müller war es «ausgleichende Gerechtigkeit für das Wembley-Tor». Sein Teamkollege Bastian Schweinsteiger gab zu: «Da haben wir bisschen Glück gehabt» Ob die Deutschen auch gewonnen hätten, wenn Lampards Treffer zum 2:2 gezählt hätte, wurde der Bayern-Star gefragt. «Dass weiss man nie», antwortete Schweinsteiger. Und auch Philipp Lahm sagte: «Klar, ein Tor ist immer wichtig.»

«Ich denke, das nicht gegebene Tor hatte eine Auswirkung, aber wir dürfen es nicht als Ausrede für die 1:4-Niederlage benutzen», sagte der englische Captain Steven Gerrard. «Es wäre ein wichtiges Goal für uns gewesen. Doch das sind ein Wenn und ein Aber. Deutschland ist ein fantastisches Team und verdiente es zu gewinnen.»

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