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Jorge Larrionda hatte schon einmal ein klares Tor übersehen

Der uruguayische Schiedsrichter, der Englands 2:2 gegen Deutschland nicht hinter der Linie gesehen hatte, ist ein Wiederholungstäter und hat eine bewegte Vergangenheit.

Stephan Roth

Sechs Jahre ist es her. Es passierte im WM-Qualifikationsspiel Braslien - Kolumbien. Stürmer Adriano hämmerte den Ball an die Unterkante der Latte, von wo dieser deutlich hinter der Torlinie landete und wieder ins Feld zurück sprang. Schiedsrichter Jorge Larrionda machte damals das gleiche, wie am Sonntagnachmittag in Südafrika. Er gab den Treffer nicht, obwohl der Ball auch damals klar hinter der Linie gewesen war. Fairerweise muss man sagen, dass es beim Geschoss von Joker Adriano nicht gleich auf den ersten Blichk erkennbar gewesen war.

Brasilianische TV-Sender errechneten darauf, das der Ball 58 Zentimeter hinter der Linie gelandet war. Das Spiel endete 0:0, Brasilien qualifizierte sich trotzdem für die WM.

Trotz seines Fehlers blieb Larrionda ein Gegner der Video-Torlinientechnologie. «Ich hoffe, ich werde den Tag nicht erleben, an dem eine Technologie kommt, die hilft oder meinen Job ersetzt», sagte der Uruguayer. «Ein Schiedsrichter ist ein menschliches Wesen, das Fehler macht. Und das ist Teil des Sports.»

Einmal fünf Penaltys in einem Spiel

Obwohl Larrionda vor vier Jahren den WM-Halbfinal zwischen Frankreich und Portugal geleitet hatte, sorgte er auch in der Vergangenheit für erstaunliche Schlagzeilen. So pfiff er 2000 in einem Spiel fünf Penaltys. Und 2003 stellte er in einer Partie sechs Spieler vom Feld. 2002 war der Schiedsrichter, der einen Privat-Zoo hat, vom Verband wegen Unregelmässigkeiten, die nicht näher erklärt wurden, für ein halbes Jahr gesperrt worden, wie der «Daily Telegraph» berichtet.

Die englische Zeitung schreibt auch, dass der 42-jährige Larrionda in der Pause, als er Lampards Treffer gesehen hatte, «Oh, mein Gott» gesagt habe.

Bei der WM in Südafrika hatte er sich schon im Spiel Serbiens gegen Australien (1:2) einen Fehlentscheid geleistet, als er nach einem Hands von Tim Cahill nicht auf Penalty entschieden hatte. «Der Schiedsrichter wollte es nicht sehen», sagte der serbische Trainer Radomir Antic.

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