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Fairness mit Händen und Füssen getreten

Brasilien sicherte sich mit einem 3:1 gegen die Elfenbeinküste vorzeitig den Einzug in die Achtelfinals. Doch der Sieg wurde von unschönen Szenen überschattet.

Stephan Roth
Erste Unsportlichkeit des Spiels: Luis Fabiano nimmt die Hand zur Hilfe und lässt Siaka Tiéné aussteigen.
Erste Unsportlichkeit des Spiels: Luis Fabiano nimmt die Hand zur Hilfe und lässt Siaka Tiéné aussteigen.
Cheick Tioté tritt den heranbrausenden Elano und sieht dafür nicht einmal die gelbe Karte.
Cheick Tioté tritt den heranbrausenden Elano und sieht dafür nicht einmal die gelbe Karte.
Der Gefoulte muss mit schmerzverzerrtem Gesicht den Platz verlassen.
Der Gefoulte muss mit schmerzverzerrtem Gesicht den Platz verlassen.
Dunga ahnt bereits Böses, als Elano im Hintergrund weggetragen wird.
Dunga ahnt bereits Böses, als Elano im Hintergrund weggetragen wird.
Ein weiteres Horrorfoul: Abdul Kader Keïta erwischt Michel Bastos mit gestreckten Bein über dem linken Fuss. Sünder Keïta sieht dafür Gelb.
Ein weiteres Horrorfoul: Abdul Kader Keïta erwischt Michel Bastos mit gestreckten Bein über dem linken Fuss. Sünder Keïta sieht dafür Gelb.
In der Schlussphase artet das Spiel aus. Bereits Kleinigkeiten führen zu Rudelbildungen. Lanney hat alle Hände voll zu tun und das Spiel doch nicht im Griff.
In der Schlussphase artet das Spiel aus. Bereits Kleinigkeiten führen zu Rudelbildungen. Lanney hat alle Hände voll zu tun und das Spiel doch nicht im Griff.
Dani Alves im Clinch mit Cheik Tioté.
Dani Alves im Clinch mit Cheik Tioté.
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Kurz nach der Pause sorgte Brasiliens Goalgetter Luis Fabiano mit seinem zweiten Treffer für das 2:0 und damit für die Entscheidung. Es war eine wunderbare Einzelaktion des Stürmers des FC Sevilla, die er mit einem wuchtigen Schuss abschloss. Nur hatte die Szene nicht unerhebliche Makel. Gleich zweimal kontrollierte «O Fabuloso» (der Fabelhafte) den Ball mit Hilfe des Armes - erst mit dem linken, dann mit dem rechten.

Zu seinen Handspielen beim zweiten Treffer befragt, sagte der 29-jährige Doppeltorschütze: «Es war keine Absicht. Ich erwischte den Ball mit dem Arm. Was soll ich machen?» Es sei wohl die «heilige Hand Gottes gewesen». Diego Armando Maradonas Erklärung von 1986 hat offenbar auch in Brasilien Schule gemacht.

Schiedsrichter bekam keine ehrliche Antwort

Nach dem Tor befragte Schiedsrichter Stéphane Lannoy den Stürmer offensichtlich, ob er den Ball mit der Hand gespielt habe. Luis Fabiano setzte seine Unschuldsmiene und winkte mit beiden Händen ab. Der französische Unparteiische klopfte sich darauf lachend mit der Hand auf seine Brust. Darüber ob man von einem Fussball-Profi in so einem Gespräch mit dem Schiedsrichter wirklich Fairness und ein Geständnis, das zu einer Annullierung des Tors geführt hätte, verlangen darf, wurde schon oft diskutiert.

Nach Elanos 3:0 wurde das Spiel von Seiten der Mannschaft aus der Elfenbeinküste immer gehässiger geführt. Mehrfach stiegen die Ivorer ohne Rücksicht auf die Gesundheit ihrer Gegenspieler ein. So trat Sheik Tioté mit gestreckter Sohle Elano aufs Schienbein. Der Spielmacher von Galatasaray musste darauf verletzt vom Platz getragen und ausgewechselt werden. Lannoy hatte das Foul nicht gesehen und entschied auf Schiedsrichterball.

Kaká verlor gleich zweimal die Nerven

Danach wurde die Atmosphäre auf dem Feld immer aggressiver. Und Trainer Carlos Dunga und sein Staff sprangen immer wieder von der Bank auf. Kader Keita hatte Glück, dass er für sein Foul mit gestrecktem Bein an Michel Bastos nur Gelb bekam.

In der 85. Minute schubste Kaká seinen Gegenspieler und wurde richtigerweise verwarnt. Dabei entstand sofort eine Spieler-Traube. Drei Minuten später stand der Real-Star wieder im Mittelpunkt, als er seinen Ellbogen gegen Keita ausfuhr. Lannoy blieb darauf nichts anderes übrig, als Kaká vom Platz zu stellen. Er tat dies allerdings nur mit Gelb-rot statt mit Rot, weshalb Kaká nur im für Brasilien bedeutungslosen Spiel gegen Portugal gesperrt ist, wenn die Fifa nicht noch ein Disziplinarverfahren einleitet.

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