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Die Klasse setzte sich doch durch

Die WM in Südafrika bot wenig überragenden Fussball. Aber am Schluss setzte sich das fussballerisch beste Team durch, schreibt Redaktion Tamedia-Sportredaktor Stephan Roth.

Stephan Roth

Als die Schweizer Nationalmannschaft im ersten Gruppenspiel mit einer generösen kämpferischen, aber destruktiven Spielweise Europameister Spanien 1:0 bezwang, befürchteten viele, dass es ein Turnier der Verhinderer und Zerstörer werden würde.

Am Sonntagabend versuchte auch Holland das Spiel der starken spanischen Techniker zu zerstören. Mit Gewalt verdarben sie den Spaniern den Spass am Spiel und verwickelten sie in einen Abnützungskampf. 28, teils brutale, Fouls machte das Team um Vorkämpfer Mark Von Bommel. Insgesamt zeigte der enorm geforderte englische Schiedsrichter Howard Webb den «Oranje»-Spielern achtmal Gelb und einmal Gelb-Rot. Und Holland war damit gar noch gut bedient.

Spanien liess sich dadurch bremsen, aber nicht stoppen. Andrés Iniesta, der filigranste Techniker auf dem Platz, wurde gar immer stärker, erreichte in der Verlängerung sein bestes Niveau und schoss den entscheidenden Treffer in der 116. Treffer.

Am Schluss setzt sich die Klasse jener Mannschaft, die den Ball zum Freund hat, durch. Es war auch ein Zeichen, dass man mit konstruktivem Fussball ein grosses Turnier gewinnen kann, wenn man nicht so ängstlich wie Deutschland im Halbfinal oder so naiv wie die Argentinier im Viertelfinal spielt.

Um sich durchzusetzen brauchten die Spanier auch die Klasse ihres hintersten Spieler. Auch Torhüter Iker Casillas war mit seiner Parade gegen Arjen Robben da, als er gebraucht wurde.

Die Spanier spielten an dieser WM keinen überragenden Fussball, wirkten phasenweise wie ein FC Barcelona mit angezogener Handbremse und ohne einen Lionel Messi. Doch sie waren immer bereit, die Last des Spiels zu tragen.

Weltmeister wurde Spanien nicht nur wegen des besten Mittelfelds, dem starken Torhüter und den Toren von Goalgetter David Villa, sondern auch, weil sie mit Vicente Del Bosque einen Trainer hatten, der fast alles richtig merkte. Als der grösste Star des Teams, Liverpools Stürmer Fernando Torres, nach seiner Verletzungspause nicht auf Touren kam, setzte er ihn auf die Bank.

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