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Das Duell der ewigen Rivalen

Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff und dem 1:0-Sieg gegen Ghana begann bei den deutschen Spielern und Medien die Vorfreude auf den Klassiker gegen England vom Sonntag.

Stephan Roth
Mit einem wuchtigen Schuss erzielte Mesut Özil den einzigen Treffer des Spiels für Deutschland.
Mit einem wuchtigen Schuss erzielte Mesut Özil den einzigen Treffer des Spiels für Deutschland.
Gyan bleibt am deutschen Verteidiger Arne Friedrich hängen.
Gyan bleibt am deutschen Verteidiger Arne Friedrich hängen.
Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger herzen Torschütze Mesut Özil.
Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger herzen Torschütze Mesut Özil.
Manuel Neuer wehrt den Schuss des Ghanaers Kwadwo Asamoah ab.
Manuel Neuer wehrt den Schuss des Ghanaers Kwadwo Asamoah ab.
Per Mertesacker klärt von Kwadwo Asamoah.
Per Mertesacker klärt von Kwadwo Asamoah.
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«Das Achtelfinale wird eine Klassebegegnung, wir freuen uns drauf», sagte der deutsche Trainer Jogi Löw. Sein Team hatte davor im Spiel gegen Ghana lange leiden müssen. Von der spielerischen Leichtigkeit, mit der die junge deutsche Mannschaft noch beim Auftaktspiel gegen Australien (4:0) geglänzt hatte, war nicht mehr viel übrig geblieben. Der Druck setzte den Spielern zu. Bei einer Niederlage wäre Deutschland ausgeschieden, bei einem Unentschieden auf Schützenhilfe Australiens gegen Serbien angewiesen gewesen.

In der 51. Minute zog der Ghanaer Kwadwo Asamoah alleine aufs deutsche Tor zu, scheiterte aber am stark reagierenden Goalie Manuel Neuer. Neun Minuten später zog Mesut Özil, der in der ersten Halbzeit noch eine grosse Chance vergeben hatte, aus rund 18 Metern ab. Der Schuss des technisch begnadeten Regisseurs von Werder Bremen zappelte im Netz. Die Gegenwehr von Ghana, das sich dank Australiens 2:1-Sieg ebenfalls für die Achtelfinals (gegen die USA) qualifizierte, war gebrochen. Das Duell gegen England war gebucht.

«Der Druck war gross, aber wir haben ihm standgehalten»

«Es war auch Glück dabei. Der Druck war gross, aber wir haben ihm standgehalten. Für uns war es ein besonderes Spiel, denn wir wollten unbedingt ins Achtelfinale. Das haben wir geschafft», sagte der deutsche Captain Philipp Lahm. «Das Duell gegen England ist natürlich ein Klassiker. Die Vorfreude darauf ist gross. Wir schauen zuversichtlich nach vorne. Aber wir wissen, dass wir einiges besser machen müssen.»

Stunden davor hatten auch die Engländer ihre Nervenprobe gegen Slowenien bestanden und mit einer ansprechenden Leistung und ein wenig Zittern den nötigen Sieg dank einem Treffer von Jermain Defoe sichergestellt. «Ich habe meine Mannschaft wiedergefunden», sagte der überglückliche Nationaltrainer Fabio Capello. Der Sieg habe sein Team vom Druck befreit, so der Italiener. Bei seinem Ausblick auf den Achtelfinal sagte er, als er noch nicht sicher sein konnte, ob sein Team auf Deutschland treffen würde: «Man muss alle Mannschaften schlagen. Der Namen des Gegners spielt keine Rolle.»

Wembley-Tor und Penalty-Dramen

Deutschland gegen England – diese Affiche lässt Erinnerungen an die grossen Duelle der beiden Rivalen in der Vergangenheit hochkommen. 27-mal sind sie (inklusive Testspiele) schon aufeinandergetroffen. Zwölf Siege konnte die Engländer, zehn die Deutschen. Unvergessen ist der grösste Triumph der englischen Fussball-Geschichte, dem Erfolg bei der Heim-WM 1966, als Deutschland 4:2 nach Verlängerung geschlagen wurde und Geoff Hurst das legendäre Wembley-Tor erzielte. «Heute wissen wir, dass der Ball nicht hinter der Linie war», sagt Franz Beckenbauer derzeit in seinen Werbespots für den Sender «Sky». Seither jagt England vergeblich einem zweiten Titel hinterher.

Ebenso unvergessen sind die beiden Siege der Deutschen im Penaltyschiessen. Sowohl bei der WM 1990 als auch der EM 1996 setzte sich der spätere Champion im Halbfinal im Duell vom Penaltypunkt durch. Das nächste Fussball-Drama ist vorprogrammiert.

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