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Als die Spanier die Deutschen mit der Polonaise demütigten

Vor zwei Jahren zeigten die spanischen Spieler dem Gegner gnadenlos, wer den EM-Final gewonnen hatte. Für das heutige Spiel müssten die Iberer aber mit einem ganz anderen Gegner rechnen, so Bastian Schweinsteiger.

Stephan Roth

Dank einem Treffer von Fernando Torres hatten die Spanier im EM-Final am 29. Juni 2008 im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen Deutschland mit 1:0 triumphiert. Nach der Siegerehrung stellten sich die niedergeschlagenen deutschen Spieler in der Mixed Zone den Fragen der Journalisten. Sie suchten auch in der Niederlage nach Positivem. «Das Schönste ist, dass wir wieder so viele Menschen in Deutschland begeistern konnten», sagte Bastian Schweinsteiger.

Der Spieler von Bayern München holte tief Luft und wollte eben auf eine Frage des ZDF-Reporters antworten, als er abrupt gestoppt wurde. Direkt hinter Schweinsteiger tanzten die jubelnden Spanier in einer Polonaise vorbei. «Viva España!», brüllten sie mehr, als dass sie sangen.

«Wir haben einen ganz anderen Charakter als 2008»

«Das ist jetzt schwer zu ertragen?», wurde Schweinsteiger gefragt. Die bayrische Frohnatur trug es äusserlich mit Fassung, schmunzelte und sagte: «Mir ist das gleich. Die können machen, was sie wollen.» Dann kam er nicht mehr zu Wort, weil die laute spanische Polonaise-Gruppe zurückkehrte.

Sicher ist, dass Schweinsteiger am Mittwochabend nach dem WM-Halbfinal keine singenden und tanzenden Spanier sehen will. Inzwischen ist er vom «Schweini» zum Chef Schweinsteiger gereift und spielt nicht mehr auf der Seite, sondern im Zentrum des Mittelfelds. «Bastian Schweinsteiger hat einen unglaublichen Reifeprozess gemacht in den letzten zwei Jahren», sagt Bundestrainer Jogi Löw: «Bei ihm beobachtet man eine besonders hohe Konzentration.»

«Wir haben einen ganz anderen Charakter als 2008», spielt Schweinsteiger auf die funktionierende Mischung aus jungen, unbekümmerten Spielern und Routiniers an. «Natürlich hat man so ein Revanche-Gefühl in sich drin.» Vom Team, das vor zwei Jahren im Final von Wien auflief, sind bei den Deutschen neben Schweinsteiger noch Captain Lahm, Mertesacker, Friedrich, Podolski und Klose dabei. Löw glaubt: «Jetzt sind wir auf Augenhöhe mit den Spaniern.»

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