Zum Hauptinhalt springen

Weiterflug der Solar Impulse 2 verschoben

Fünf Tage soll der Flug des Sonnenfliegers über den Pazifik dauern. Da müssen die Wettbedingungen stimmen. Doch das tun sie immer noch nicht.

Muss sich noch länger gedulden: André Borschberg spricht in Nagoya zu den Medien. (24. Juni 2015)
Muss sich noch länger gedulden: André Borschberg spricht in Nagoya zu den Medien. (24. Juni 2015)
Koji Ueda, Keystone

Schlechtes Wetter hat den Weiterflug des Solarflugzeugs Solar Impulse 2 bei der geplanten Weltumrundung erneut verschoben. Der für den frühen Mittwochmorgen geplante Start im japanischen Nagoya für die Etappe nach Hawaii wurde erst verzögert, dann wurde der Sonnenflieger nach Analyse der Bedingungen in seinen mobilen Hangar auf dem Flughafen von Nagoya zurückgebracht. Bertrand Piccard, einer der beiden Piloten des nur mit Sonnenkraft betriebenen Fluggeräts, sagte im Zentrum in Monaco, das Wetterfenster habe sich offenbar geschlossen.

«Es ist ein schlechter Moment. Es ist ein wirklich schlechter Moment», sagte Piccard enttäuscht. Erst sei sein Team zu dem Entschluss gekommen, dass es einen Versuch unternehmen würde. Dann sei man aber übereingekommen, dass es nicht möglich sei, sagte Piccard, der sich mit seinem Kollegen André Borschberg bei den Flügen abwechselt.

(Video: Youtube/Solar Impulse)

Borschberg: «Ich vertraue auf die Entscheidung»

Borschberg sass zuvor bereits stundenlang im Cockpit. «Ich vertraue darauf, dass sie eine gute Entscheidung getroffen haben.» Er habe mit dem Team per Funk über die Verzögerung gesprochen. Es sei der richtige Weg, sagte der Pilot.

Borschberg will die Solar Impulse 2 vom japanischen Nagoya aus in fünf Tagen nach Hawaii fliegen. Eine Zwischenlandung ist auf der Strecke unmöglich, daher ist das Team auf exakte Wettervorhersagen angewiesen. Borschberg will während des Fluges kurze Nickerchen, Yoga und Meditation machen, um den Schlafmangel im Flugzeug zu kompensieren. Der Flieger müsste vor Sonnenaufgang starten, bevor es zu heiss und windig wird.

Eine Wettersimulation zeigte, dass es am vierten Tag der Reise wahrscheinlich zu bewölkt ist, um die Batterien des Fliegers aufzuladen, wie Piccard berichtete. Die Hängepartie für seinen Kollegen Borschberg tue ihm Leid:«Er weiss wie wir, dass es besser ist, auf dem Rollfeld in Nagoya aus dem Flugzeug auszusteigen anstatt am dritten Tag mit einem Fallschirm.»

Einer der Piloten bleibt immer am Boden

Borschberg war Ende Mai in Nanjing in China gestartet, musste den 8175 Kilometer weiten Flug nach Hawaii – die längste und riskanteste Etappe der geplanten Weltumrundung – aber nach wenigen Stunden wegen schlechten Wetters in Japan unterbrechen. Danach verhinderten ein Sturmschaden und die ungünstige Wetterlage den Weiterflug.

Das Flugzeug war am 9. März in Abu Dhabi zu seiner Weltumrundung gestartet. Es hat eine Flügelspannweite von 72 Metern – weiter als eine Boeing 747, wiegt aber mit 2300 Kilogramm nur etwa so viel wie ein Minivan. Die Energie kommt von 17'000 Solarzellen auf den Flügeln. Die Reise soll die Nutzung von erneuerbaren Energien voranbringen und war ursprünglich auf fünf Monate angelegt. Einer der beiden Piloten muss immer am Boden bleiben.

AP/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch