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Warum man beim AKW nicht einfach den Stecker ziehen kann

Werden dereinst gemäss bundesrätlichem Plan die Schweizer AKW abgeschaltet, wird das nicht per sofort geschehen können. Wegen der Radioaktivität dauert es Jahre, bis ein Atomkraftwerk stillgelegt ist.

Kann nicht einfach so mal eben vom Netz genommen werden: Das Atomkraftwerk in Mühleberg BE.
Kann nicht einfach so mal eben vom Netz genommen werden: Das Atomkraftwerk in Mühleberg BE.
Keystone

Weil die Atomanlagen nach ihrer Abschaltung noch jahrzehntelang an Ort weiter bestehen, bleibt auch die Gefahr von Flugzeugabstürzen, Erdbeben, Überflutungen und anderer Katastrophen so lange nicht gebannt.

Beim Abriss eines AKW werden alle Anlagen, wie der Dampfkreislauf und die Turbinensysteme, vollständig demontiert und anschliessend die Kraftwerksgebäude und deren Fundamente abgerissen. Beim Abriss fallen schwach- und mittelradioaktive Abfälle, wie beispielsweise Maschinenteile an, und die Brennelemente sind sicher zu verwahren.

Insgesamt müssen etwa 5 Prozent des Inventars eines Atomkraftwerks endgelagert werden. Bei leicht kontaminierten Metallteilen ist das nicht nötig. Sie werden mit einem Elektrolyseverfahren gesäubert, wie der Wissenschaftsdienst von «Spiegel Online» schreibt.

Baumaterial für Autobahn-Fundamente

Radioaktive Substanzen werden mit Hilfe sogenannter Komplexbildner ausgefällt. Der Schlamm muss dann getrocknet und als radioaktiver Abfall entsorgt werden. Unbelasteter Metallschrott wird recycled. Auch die zerkleinerten Betonteile der AKW-Gebäude können wieder verwendet werden, etwa als Baumaterial für Autobahn- Fundamente.

Eine zweite Variante des Umgangs mit ausser Dienst gestellten AKW ist der «sichere Einschluss». Dabei bleiben die Anlagen nach der Entfernung der Brennstäbe und der feuergefährlichen Materialien mindestens 30 Jahre weitgehend unangetastet - so lange, bis die Radioaktivität abgeklungen ist.

Der Vorteil dabei ist, dass nach Ablauf der Frist verhältnismässig wenig strahlendes Material endgelagert werden muss.

Kosten auf 13 Milliarden Franken geschätzt

Die Kosten für die Stilllegung der fünf Schweizer AKW und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle werden auf 13 Milliarden Franken geschätzt. Die Kosten sind durch den im Jahr 1984 geschaffenen Stilllegungs- und Entsorgungsfonds gedeckt.

Seit gut vierzig Jahren sucht die Schweiz nach geeigneten Endlagern für radioaktive Abfälle. Bis ein Tiefenlager betriebsbereit ist, dürfte es noch einmal mindestens zwanzig Jahre dauern.

(SDA)

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