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Von zarten, zähen und künstlichen Lebewesen

Die natürliche Innovation kennt keine Grenzen, das zeigt der Basler Molekularbiologe und Wissenschaftsfotograf Martin Oeggerli eindrücklich.

Künstliche Quallen mit ihrem Erbauer, dem Forscher Rainer Mugrauer.
Künstliche Quallen mit ihrem Erbauer, dem Forscher Rainer Mugrauer.
Walter Fogel

Für seine kolorierte Aufnahme einer Eischale des Brasilianischen Eulenfalters Caligo memnon hat er den 2. Preis in der Kategorie «Faszination Forschung» des Fotowettbewerbs «Bilder der Forschung» erhalten. Dieser Wettbewerb des Nachrichtenmagazins Focus und des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller gehört zu den grössten deutschen Preisausschreibungen seiner Art. 92 Fotografen beteiligten sich und reichten 400 Bilder ein.

Zum Siegerbild erkor die Juri die Aufnahme von Wasserbakterien namens Caulobacter crescentus. Sie stammt ebenfalls von Martin Oeggerli, der sich unter dem Pseudonym Micronaut einen Namen als Wissenschaftsfotograf gemacht hat. Er unternimmt seine Reisen in den Mikrokosmos bevorzugt mit dem Raster-Elektronen-Mikroskop. Die sorgfältige, feinfühlige Art, die Bilder zu kolorieren, ist sein Markenzeichen. «Die faszinierende Welt der Bakterien wird wie die Einstellung eines Science-Fiction inszeniert», anerkennt die Jury.

Klebstoff widersteht Hochdruck

Die Wasserbakterien sind erstaunlich: Sie erzeugen einen Klebstoff, der stärker haftet als Geckos und Muscheln. Mit seiner Hilfe besiedelt Caulobacter Schiffsrümpfe, Wasserrohre und sogar medizinische Katheter. Die Haftung ist derart stark, dass die Bakterien selbst Hochdruckspritzpistolen widerstehen.

Die Initianten des Wettbewerbs wollen der Forschung auch ein Gesicht geben. Der deutsche Fotodesigner Walter Fogel erhielt den 2. Preis in der Kategorie «Gesichter der Forschung». Er setzte den Erbauer künstlicher Lebewesen Rainer Mugrauer in Szene. Das Bild unten rechts zeigt, wie der Wissenschaftler seine intelligenten AquaJelly im Wasser in Schach hält. Nach dem Vorbild der Meerestiere hat er seinen Quallen Schwarmverhalten einprogrammiert.

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