Uni Bern schickt Teleskop mit auf Weltreise

Ein Weltraumteleskop an Bord einer Boeing 747-SP erlaubt es Forschern der Universität Bern, Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems zu beobachten. Anders als ähnliche Geräte kehrt es jeden Morgen wieder nach Hause zurück.

Aus luftiger Höhe soll das Teleskop den Forschern Daten liefern.

Aus luftiger Höhe soll das Teleskop den Forschern Daten liefern. Bild: zvg

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Mit der fliegenden Sternwarte namens SOFIA (für «Stratosphären-Observatorium Für Infrarot-Astronomie») haben Forscher um Daniel Angerhausen von der Universität Bern den Planeten GJ 1214b beobachtet, während er vor seinem Stern vorbeizog. Damit haben sich das 2,5-Meter-Teleskop und die dazugehörigen Instrumente an Bord der Boeing 747-SP im Praxistest bewiesen, teilte die Hochschule am Mittwoch mit. Die Sternwarte fliege etwas höher als kommerzielle Flugzeuge, erklärte Angerhausen gemäss der Mitteilung. «In diesem Sinn ist SOFIA ein Weltraumteleskop, das jeden Morgen nach Hause zurückkehrt.» Das Observatorium ist ein amerikanisch-deutsches Projekt.

Mini-Finsternisse

Aus dem Vorbeiziehen von Exoplaneten vor ihrem jeweiligen Stern - sogenannten «Transiten» - können Forschende beispielsweise Grösse und Umlaufzeit dieser Planeten berechnen. Weil ein Teil des Sternenlichts bei einer solchen Mini-Finsternis auch durch die Atmosphäre des Planeten fällt und bis zur Erde gelangt, können Wissenschaftler auch Schlüsse über die Eigenschaften der Atmosphäre ziehen, wie über die Zusammensetzung, Temperatur und Druck.

Bei erdgebundenen Teleskopen falle das Sternenlicht jedoch zusätzlich durch die Erdatmosphäre und störe die Messungen, so Angerhausen. «Deshalb ist es so wichtig, dass wir mit SOFIA hoch hinaus gelangen.»

Exoplanetenjagd bei Stratosphärenflügen

Erste mit SOFIA gesammelte Daten veröffentlichen die Wissenschaftler nun im Fachblatt «Astronomy & Astrophysics»: SOFIA lieferte den Forschenden neue Anhaltspunkte, ob es sich bei dem Exoplaneten GJ 1214b um einen sehr grossen Gesteinsplanet, eine Art «Super-Erde», oder eher einen «Mini-Neptun» aus Gas oder Eis handeln könnte. Solche mittelgrossen Planeten kommen - ausser in unserem Sonnensystem - relativ häufig vor, wie die Universität Bern schrieb.

Auch wenn ein abschliessender Befund über die Beschaffenheit des Planeten noch ausbleibt, sind die Forschenden mit dem Praxistest von SOFIA zufrieden: Die Empfindlichkeit sei genügend hoch, damit die Sternwarte künftig in der Liga anderer Exoplaneten-Transit-Beobachter wie dem Hubble- oder dem Spitzer-Weltraumteleskop mitspielen könne. (sda)

Erstellt: 27.09.2017, 13:27 Uhr

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