Tracker und Notrufknopf

Die Gear S3 von Samsung punktet mit dem Navigationsmodul und einem starken Akku. Doch diese Neuerungen haben ihren Preis.

Praktisch, wenn man auf der Piste ist: Anrufe lassen sich direkt mit der Smartwatch beantworten.

Praktisch, wenn man auf der Piste ist: Anrufe lassen sich direkt mit der Smartwatch beantworten.

(Bild: Fotolia)

Mathias Born@thisss

Smartwatches sind Krücken. Sie helfen über die Runden. Etwa, wenn das Smartphone mal grad nicht in Reichweite ist. Oder wenn es nicht opportun ist, es hervorzukramen. Ohne Smartphone in unmittelbarer Nähe taugen die modernen Uhren aber wenig. Oder besser: Ohne taugten sie wenig. Denn einige der neuen Uhren können autonom genutzt werden – zumindest zeitweise und für bestimmte Aufgaben.

Smartphone bleibt zu Hause

Ein solches Gerät ist Samsungs Gear S3 für rund 450 Franken. Während die Besitzer älterer Smartwatches stets auch noch das Smartphone auf ihre Joggingrunden mitnehmen müssen, wenn sie mehr als Schritte und Herzschläge zählen lassen wollen, ist das neue Gerät gut gerüstet für den Alleingang: Ein GPS-Empfänger steckt ebenso im gebürsteten Edelstahlgehäuse wie ein Barometer zum Bestimmen der absolvierten Höhenmeter.

Die Uhr ist gut abgedichtet, sodass ihr Staub und Wasser nichts anhaben können. Daneben bietet die Gear S3 – wie die Vorgängermodelle – einen optischen Sensor zum Bestimmen der Herzfrequenz. Sie kann als Abspielgerät für Musik genutzt werden, sofern man die gewünschte Musik auf die Uhr kopiert und sich ei­nen Bluetooth-Kopfhörer leistet. Einzig wenn man trabend telefonieren will, muss das Smartphone mit: In der hierzulande verfügbaren Version der Uhr ist kein Mobilfunkmodul eingebaut.

Wird dreimal rasch hintereinander eine der beiden Tasten gedrückt, verschickt die Uhr Warnungen an bis zu vier vorbestimmte Kontakte.

Apropos: Die Gear S3 kann auch als Alarmsystem eingesetzt werden. Wird dreimal rasch hintereinander eine der beiden Tasten gedrückt, verschickt die Uhr Warnungen an bis zu vier vorbestimmte Kontakte. Darin werden auch die Koordinaten des Standorts gemeldet. Die Alarmierung funktioniert indes nur, wenn eine Verbindung zum Smartphone via Bluetooth oder WLAN besteht – also nicht beim Smartwatch-Solotrip auf der Joggingrunde.

Was bietet Samsung mit der fünften Smartwatch-Generation sonst noch? Die Gear S3 macht vor allem ein Manko der früheren Uhren wett: Im Gegensatz zu diesen muss sie nicht täglich auf die Ladeschale, sondern bei normaler Nutzung zweimal die Woche.

Eine Uhr für starke Männer

Um dies trotz dem mit 1,3 Zoll grossen Bildschirm sowie neuen Komponenten wie dem GPS-Modul zu erreichen, hat Samsung das Betriebssystem Tizen auf Stromeffizienz getrimmt und der Uhr einen mit 380 Milliamperestunden potenten Akku eingebaut. Dafür musste der Hersteller einen gewichtigen Kompromiss eingehen: Die Gear S3 ist sowohl in der Frontier- wie auch in der Classic-Variante wuchtig. Am durchtrainierten Arm eines grossen Manns sieht sie gut aus. Wer nicht so gebaut ist, bevorzugt wohl ein kleineres Modell.

Auch wenn die Gear S3 autonom genutzt werden kann, geht ohne modernes Smartphone nichts: Dieses muss mindestens unter Android in der Version Kitkat (4.4) laufen und über 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher verfügen. Offenbar versucht Samsung auch das iOS von Apple anzubinden. Noch ist die App aber nicht fertig. Wer ein iPhone besitzt, greift also weiterhin besser zur Apple Watch. Die Geräte der Series 2 bieten ungefähr das Gleiche wie Samsungs Gear S3.

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