Summ, summ, summ, Dröhnchen summ herum

Wenns fortan über den Feldern summt, sind nicht zwingend Bienen am Werk: Einigen Forschern ist es gelungen, mit einer Spielzeugdrohne eine Pflanze zu bestäuben.

Bis Drohnen wirklich zum Bestäuben von Feldern eingesetzt werden können, sind noch einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Bis Drohnen wirklich zum Bestäuben von Feldern eingesetzt werden können, sind noch einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

(Bild: Fotolia)

Mathias Born@thisss

Drohnen können Blüten bestäuben. Nein, in diesem Artikel soll keine Geschlechterrevolution im Bienenstaat heraufbeschworen werden; dort liegen die Männer wie eh und je auf dem faulen Chitinpanzer und leben ganz für den allfälligen einen Akt beim Ausflug mit der Königin.

Stattdessen soll es in diesen Zeilen um unbemannte Luftfahrzeuge gehen, im Volksmund Drohnen genannt: Japanischen Forschern ist es gelungen, mithilfe von Quadrocoptern Pflanzen zu bestäuben. Dies berichten sie in einem Artikel in der Fachzeitschrift «Chem».

Milben, Pestizide und Monokulturen haben zu einem Massensterben bei den Bienen geführt. Doch wer befruchtet fortan die Pflanzen, damit diese Früchte tragen? In China werden Wanderarbeiter mit Wattestäbchen zum Bestäuben abkommandiert. Doch selbstverständlich wird auch an modernen Lösungen fürs biologische Problem geforscht.

Blüten technisch zu bestäuben, ist aber gar nicht so einfach. Bei früheren Versuchen agierten Roboter und Drohnen oft derart grob, dass die zarten Pflanzen dabei Schaden nahmen.

Nebst den Japanern fliegen auch die US-Amerikaner auf solche Themen. An der Eliteuni Harvard wurde vor zwei Jahren eine Bienendrohne gebaut. Das japanische Team um Eijiro Miyako vom National Institute of Advanced Industrial Science and Technology in Tsukuba setzt hingegen auf eine Spielzeugdrohne.

Sie holten sich aber Pferdehaare, die sie mit einem selbst entwickelten, klebrigen Gel behandelten, und pappten diese aufs mit 15 Gramm leichte und mit einem Durchmesser von vier Zentimetern kleine Gerät. Dieses sollte die Pollen so beiläufig verteilen, wie die Bienen dies tun. Im Sturzflug liessen sie die Drohne auf Bambusgraslilien los. Mit Erfolg, wie sich bald darauf zeigte.

Noch funktioniert die Bestäubung indes erst im Labor. Für den Einsatz auf freiem Feld müssten die Drohnen mit besseren Kameras bestückt sein. Sie müssten stabiler fliegen. Und sie müssten ihre Arbeiten autonom erledigen. Vielleicht wäre es einfacher, das Bienensterben in den Griff zu kriegen.

Berner Zeitung

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