Zum Hauptinhalt springen

Studie: Elektroautos sind am klimafreundlichsten

Batteriebetriebene Fahrzeuge schneiden besser ab als Benziner und Diesel – unter Berücksichtigung von Produktion und Betrieb.

Ein Tesla Model X wird durch ein Stromkabel, das durch ein Garagenfester hängt, aufgeladen. Foto: Urs Jaudas
Ein Tesla Model X wird durch ein Stromkabel, das durch ein Garagenfester hängt, aufgeladen. Foto: Urs Jaudas

Reine Elektroautos sind einer deutschen Studie zufolge klimaverträglicher als alle anderen Antriebsformen. Weder Brennstoffzellen-Fahrzeuge mit Wasserstoff noch solche mit synthetischen Kraftstoffen könnten die gleiche Klimabilanz vorweisen, heisst es in der am Montag veröffentlichten Studie im Auftrag des Instituts Agora Verkehrswende. Agora Verkehrswende ist eine deutsche Denkfabrik, die Studie durchgeführt hat das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg.

Gemäss den Ergebnissen erzeugt ein Fahrzeug der Kompaktklasse mit Brennstoffzelle über seinen gesamten Lebenszyklus und mit 150'000 Kilometern Fahrleistung rund 75 Prozent mehr Treibhausgase als ein Batterieauto. Bei einem Dieselmotor, der mit synthetischen Kraftstoffen betrieben wird, seien es sogar dreimal so viel.

Geplanter Strommix von 2030

Eingerechnet werden Emissionen sowohl aus Produktion als auch aus dem Betrieb des Autos. Berücksichtigt wurde dabei der für die Jahre bis 2030 geplante Strommix aus Deutschland, der auf einem geplanten Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2040 basiert. 2030 sollen demnach noch 14 Prozent des Stroms aus der Kohle und 65 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen – das entspricht knapp dem aktuellen Anteil an erneuerbaren Energien im Schweizer Mix.

Hier stammen gemäss aktuellen Zahlen des Bundesamts für Energie BFE rund 68 Prozent aus erneuerbaren Energien (ca. 60 Prozent Grosswasserkraft, über 7 Prozent Photovoltaik, Wind, Kleinwasserkraft und Biomasse) und 15 Prozent aus Kernenergie. Der Rest des gelieferten Stroms ist gemäss BFE in Herkunft und Zusammensetzung erst ab Frühjahr 2020 erstmals überprüfbar.

Vor- und Nachteile von Wasserstoff

Wasserstoff, aber auch andere synthetische Kraftstoffe benötigen für die Produktion sehr viel Strom, was die Klimabilanz verschlechtert. Die Studie schätzt auch den Beitrag von Biokraftstoffen eher moderat ein. Sie könnten höchstens 11 Prozent am Gesamtkraftstoffverbrauch leisten. Erdgas mit Beimischung von Bio-Methangas hat zwar einen Vorteil von 4 Prozent gegenüber Dieselautos, liegt aber 14 Prozent schlechter bei der Klimabilanz als Batterieautos.

Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, räumte zwar ein, dass bei Langstrecken Wasserstoff den Vorteil von kürzeren Tankzeiten habe. Die Klimabilanz sei trotzdem auch hier schlechter als bei E-Autos. Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe werden jedoch voraussichtlich für den klimafreundlicheren Einsatz von schweren LKW, von Flugzeugen und in der Schifffahrt benötigt.

In der Studie wird darauf hingewiesen, dass die dargestellten Ergebnisse eine Momentaufnahme höchst dynamischer Entwicklungen seien. Die Emissionsfaktoren für die Herstellung von Batterien könnten auch niedriger sein – aktuelle Publikationen würden jedenfalls darauf hindeuten, wie es heisst. Das bedeute, dass die Treibhausgasemissionen der Batterieherstellung möglicherweise bereits niedriger liegen könnten.

(REUTERS)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch