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So will Tokio der Fluten Herr werden

Das Hochwasser, welches Sturm Sandy New York brachte, flutete Tunnel der U-Bahn und ganze Quartiere. Um solche Katastrophen zu verhindern, hat Japans Hauptstadt Tokio ein riesiges Untergrundsystem gebaut.

15 Jahre betrug die Bauzeit für die Hallen: Tokios Drainagesystem.

U-Bahnschächte und Strassentunnels wurden geflutet, ganze Quartiere waren innert kurzer Zeit überschwemmt. Hurrikan Sandy hatte eine mehr als vier Meter hohe Flutwelle in die US-Stadt New York gedrückt. Vor gut einem Jahr entging Tokio nur knapp einem ähnlichen Schicksal, als der Taifun Roke über die japanische Hauptstadt zog. Zur grossen Überflutung kam es damals nicht, und das ist wohl auch einem ausgeklügelten System in Tokios Untergrund zu verdanken: 65 Meter hohe und 32 Meter breite Hallen unterhalb der Stadt sammeln das Regenwasser und leiten es sofort in den Ozean.

Bau des Systems dauerte 15 Jahre

Bei der unterirdischen Anlage handelt es sich um das grösste Drainagesystem der Welt. In trockenen Zeiten sind die unterirdischen Kathedralen eine Touristenattraktion, die von Besuchern besichtigt werden können. In regenreichen Zeiten sind sie so etwas wie eine Lebensversicherung für die Bevölkerung. Denn bei starkem Regen kann die Stadt zu einer tödlichen Falle werden: Die Fluten ergiessen sich in die U-Bahn-Stationen, Parkhäuser und Treppenschächte. Allein zwischen 1999 und 2001 kam es in Tokio zu siebzehn Überschwemmungen, bei denen es mehrere Tote gab.

Damals war das unterirdische Tunnelsystem noch in Bau. 15 Jahre lang dauerten die Arbeiten, 1992 hatten sie begonnen. Über 2,5 Milliarden Franken kostete die unterirdische Stadt. Von 59 Säulen werden die Kathedralen im Erdinnern getragen, 60 Kilometer Tunnel verbinden sie miteinander. Mächtige Pumpen leiten das Wasser in den Fluss Edogawa, der in den Pazifik mündet. 200 Tonnen Wasser pro Sekunde vermögen sie aus der Stadt zu schaffen. Nach einer ähnlichen Logik funktionieren unterirdische Becken, die zu demselben Zweck in der Schweiz gebaut wurden – wenn auch in bescheidenerem Ausmass: Die rund 300 Rückhaltebecken im Kanton Zürich etwa haben lediglich die Grösse eines geräumigen Wohnzimmers.

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