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Kampf um den Flugzeug-Werkstoff der Zukunft

Die Aluminiumkonzerne geben den Kampf um den Flugzeugwerkstoff der Zukunft nicht auf: Rio Tino Alcan präsentiert «Airware», denn eine Schlüsselentscheidung steht an.

Hier haben sich die Ingenieure zu einem grossen Teil für Kohlefaser entscheiden: Eine Boeing 787 Dreamliner fliegt über die britische Flugmesse Farnborough.
Hier haben sich die Ingenieure zu einem grossen Teil für Kohlefaser entscheiden: Eine Boeing 787 Dreamliner fliegt über die britische Flugmesse Farnborough.
Keystone
Die neuen Maschinen werden derzeit in Everett, im amerikanischen Bundesstaat Washington zusammengesetzt.
Die neuen Maschinen werden derzeit in Everett, im amerikanischen Bundesstaat Washington zusammengesetzt.
Reuters
Auch beim neuen Airbus A350 soll mehrheitlich Kohlefaser eingesetzt werden.
Auch beim neuen Airbus A350 soll mehrheitlich Kohlefaser eingesetzt werden.
Keystone
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Beim Bauen von Flugzeugen zeichnet sich ein Trend hin zu Kohlefaserwerkstoffen ab, schreibt die «Financial Times Deutschland». Das passt den Aluminium-Konzernen gar nicht. Sie wollen mit Hightech-Metallen punkten – und vor allem Teile ihres Unternehmens sichern. Die Weltkonzerne Rio Tinto Alcan sowie Konkurrent Alcoa zählen die Luftfahrtindustrien zu den Hauptabsatzmärkten ihres Werkstoffs, so die FTD.

Und so hat Rio Tinto Alcan an der Flugmesse in Farnborough mehrere neue Superleichtmetalle präsentiert, wie die Zeitung schreibt. Alcan-Luftfahrtchef Christophe Villemin sagte dazu: «Eine neue Leichtmetallfamilie mit dem Namen Airware ist die Antwort auf die Herausforderungen künftiger Flugzeuge.» Dank diesem Produkt habe man in Farnborough gleich zwei Grossaufträge von Airbus und Bombardier an Land ziehen können.

Hoffen auf die Chinesen

Die Ausgangslage im Markt ist laut dem Bericht folgende: Das neue Boeing-Modell 787, der Dreamliner, sowie das neue Airbus-Modell A350 bestünden zur Hälfte aus Kohlefaserwerkstoffen. Doch die neuen Flieger der C-Series des kanadischen Produzenten Bombardier sollen einen Leichtmetall-Rumpf erhalten. Und auch in das neue chinesische Flugzeugmodell C919 setzen die Aluminiumproduzenten Hoffnung: «Wir sehen keinen Grund, warum Airware dort nicht auch eingesetzt werden könnte», so Villemin. Er weist auch daraufhin, dass die Airware-Produkte zu 100 Prozent recycelbar seien.

Laut FTD steht eine Schlüsselentscheidung im Materialkampf bevor. Und zwar dann, wenn sich die Chefs von Boeing und Airbus für den Werkstoff für ihre Bestseller-Flugzeuge A320 und 737 entscheiden würden. Airbus-Entwicklungsvorstand Jean Botti sagt: «Ich bin noch nicht überzeugt, dass ein Kunststoff-Flugzeug als A320-Nachfolger Sinn macht.» Denn mit diesem Werkstoff wird der Blitzschutz aufwändiger. Dies hebe Gewichts- und Kostenvorteile wieder auf.

Boeing wartet ab

Alu oder Kunststoff – auch Boeing hat sich noch nicht entschieden. «Wir schauen uns die Entwicklungen beider Materialien sehr genau an», sagt Boeing-Vorstandsmitglied Jim Albaugh.

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