Zum Hauptinhalt springen

Erste Airline reagiert nach russischen Raketen auf Syrien

Die Fluggesellschaft Cathay Pacific meidet per sofort eine der wichtigsten Routen nach Asien. Auch der Militärexperte Albert A. Stahel rät den Airlines, sich Alternativen zu überlegen.

Russland greift mit Raketen vom U-Boot Rostow am Don in den Konflikt in Syrien ein. (9. Dezember 2015)
Russland greift mit Raketen vom U-Boot Rostow am Don in den Konflikt in Syrien ein. (9. Dezember 2015)
AFP
Das U-Boot Rostow am Don wurde ins Mittelmeer verlegt. (Archivbild)
Das U-Boot Rostow am Don wurde ins Mittelmeer verlegt. (Archivbild)
Anatoly Maltsev, Keystone
Zerstörung in Talbiseh nach einem russischen Luftangriff. (30. September 2015)
Zerstörung in Talbiseh nach einem russischen Luftangriff. (30. September 2015)
Syrischer Zivilschutz, Keystone
1 / 17

Vor mehr als einem Jahr traf eine russische Boden-Luft-Rakete Flug MH17 der Malaysia-Airlines und riss 298 Menschen in den Tod. Mit der Einmischung Russlands in den Syrienkonflikt kreuzten nun Marschflugkörper eine der wichtigsten Flugverbindungslinien zwischen Europa und dem Nahen Osten.

Der Schweizer Militärexperte Albert A. Stahel äussert gegenüber der «Nordwestschweiz» Besorgnis über diese Entwicklung. Zwar seien die von Russland bis anhin eingesetzten Marschflugkörper kein grosses Risiko für die Zivilluftfahrt, so Stahel. Denn Passagierflugzeuge bewegen sich in einer Höhe von zwölf Kilometern, während Marschflugkörper nur eine Höhe von 120 Meter erreichen.

Anders sähe es aus, räsoniert Stahel, wenn andere Raketentypen zum Einsatz kämen, was bei einer Intensivierung des Militäreinsatzes durchaus möglich sei. Sogenannt ballistische Flugkörper haben eine grössere Reichweite und werden in eine Höhe von 500 Kilometern geschossen. Dadurch wären die Routen der Zivilluftfahrt einem hohen Risiko ausgesetzt.

Erste Airlines ziehen Konsequenzen

Die erste Fluggesellschaft reagiert bereits auf die Gefahrenlage über dem Kaspischen Meer und dem Iran. Die asiatische Airline Cathay Pacific hat per sofort alle ihre Flüge über das Gebiet gestrichen.

Auch Air France traf laut einem Bericht der «Welt» auf Empfehlung ihrer eigenen Sicherheitsdirektion bereits spezielle Vorkehrungen für den Überflug des Irans und des Kaspischen Meeres. Aus Sicherheitsgründen wollte die Airline jedoch keine weiteren Einzelheiten nennen.

Swiss folgt Empfehlung der EASA

Bei der Swiss sieht man momentan keinen Anlass, die Flugroute zu ändern. Gegenüber der «Aargauer Zeitung» beruft sich Swiss-Mediensprecherin Karin Müller auf die Europäische Luftsicherheitsbehörde EASA. Diese habe lediglich auf den bestehenden Konflikt hingewiesen, ohne eine Empfehlung an die Luftfahrt herauszugeben.

Auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt rät zur Erwägung alternativer Routen Die Verantwortung für den Luftraum obliegt dem jeweiligen souveränen Staat. Seit dem Abschuss der MH17 ist das Bewusstsein für den eigenen Luftraum bei den Staaten gestiegen. Urs Holderegger vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) rät gegenüber der AZ , dass sich Airlines Alternativrouten überlegen sollten für den Fall, dass sich das Bedrohungsszenario im Konfliktgebiet verstärkt.

Alternativrouten haben jedoch Nachteile. Andreas Wittmer, Aviatik-Experte der Uni St.Gallen, weist gegenüber der AZ auf veränderte Wind- und Witterungsverhältnisse hin, die bei Ausweichrouten berücksichtigt werden müssen. Ausserdem werde bei einer Abweichung von der Idealroute mehr Kerosin verbraucht, sodass die Reserven bei Langstreckenflügen knapp werden könnten und dann auf einen Teil der Ladung, sprich der Anzahl verkaufter Plätze, verzichtet werden müsste.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch