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Die Mission der «Endeavour» endet im Museum

Rund 140 Mal sind Astronauten eines US-Spaceshuttles zu Ausseneinsätzen ins All ausgestiegen. Damit ist die «Endeavour»-Mission beendet. Beim Finale arbeiteten die Männer an einem Roboterarm einer Raumstation.

Arbeitet an der Verlängerung eines Roboterarms: der Astronaut Greg Chamitoff ausserhalb einer Raumstation im All am 27. Mai 2011.
Arbeitet an der Verlängerung eines Roboterarms: der Astronaut Greg Chamitoff ausserhalb einer Raumstation im All am 27. Mai 2011.
Keystone

Heute Freitag unternahmen Besatzungsmitglieder eines amerikanischen Spaceshuttles zum letzten Mal einen Ausseneinsatz im Weltall.

Die «Endeavour»-Astronauten Michael Fincke und Greg Chamitoff hielten sich knapp siebeneinhalb Stunden im Freien auf, um die Internationale Raumstation ISS auf Vordermann zu bringen. Zwar plant die Nasa noch einen letzten Shuttle-Flug der «Atlantis» im Juli, aber dabei steht kein Ausseneinsatz mehr auf dem Programm.

Kamera und Sensoren montiert

Es war der vierte Ausstieg der «Endeavour»-Mission. Als Hauptaufgabe beim Finale verhalfen die beiden Raumfahrer einem Roboterarm auf der russischen Seite der ISS zu einer grösseren Reichweite. Dazu wurde ein mit einer Kamera und Sensoren ausgestatteter 15 Meter langer Mast der «Endeavour» aussen an die ISS montiert.

Der Roboterarm kann ihn nun, wenn nötig, greifen und sich damit praktisch selbst verlängern. «Die Montage der Raumstation ist beendet», sagte Shuttle-Kommandeur Mark Kelly anschliessend.

«Der Gipfel menschlicher Errungenschaft»

Auch Chamitoff hielt eine kleine Rede, als sich der Ausstieg dem Ende näherte. «Die «Endeavour» war der erste Shuttle, der zum Bau der Station kam», sagte er. «Und so passt es, dass sie hier ist, um die Montage zu beenden.»

Und dann geriet er ins Schwärmen. «Diese Raumstation ist der Gipfel menschlicher Errungenschaften und internationaler Zusammenarbeit. Zwölf Jahre Bau und 15 Länder, und nun ist sie der am meisten strahlende Stern am Himmel und hoffentlich die Türschwelle zu unserer Zukunft. In diesem Sinne Glückwunsch an alle zur Vollendung der Montage.»

Letzte Reise ins Museum

Die «Endeavour» soll am 29. Mai von der ISS abdocken, um am 1. Juni für immer zur Erde zurückzukehren. Die Raumfähren werden nach der «Atlantis»-Reise im Juli ausgemustert und in Museen ausgestellt.

Für die amerikanischen Astronauten bedeutet das jedoch nicht das Ende des Einsatzes. Sie sollen künftig zunächst mit russischen «Sojus»-Kapseln ins All gelangen und später mit Raumfahrzeugen, die von Privatunternehmen entwickelt wurden.

Kein Unfall im All

In der drei Dekaden langen Shuttle-Ära waren Shuttle insgesamt rund 140 Mal ins All ausgestiegen – die genaue Zahl hatte selbst die Nasa bis zuletzt nicht parat. Wochen haben sie bei den bislang 134 Missionen der Raumfähren zusammengerechnet im luftleeren Raum verbracht. Immer ein wenig mit der Angst vor gefährlichen Rissen in ihren Raumanzügen oder vor schlimmeren Unfällen. Aber bis zuletzt haben immer alle Sicherheitsmassnahmen funktioniert.

Der Ausseneinsatz am Freitag setzt auch eine andere historische Marke. Insgesamt haben Astronauten nunmehr über 1000 Stunden lang draussen an der ISS gearbeitet, seit ihre Montage 1998 begann. Die Zahl 1000 wurde rund fünf Stunden nach dem Ausstieg am Freitag erreicht.

(SDA)

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