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Der Ingenieur, der die Luftfahrt veränderte

David Warren hatte 1953 den Absturz einer Comet untersucht, dem ersten Düsenflugzeug der Welt. Ohne grossen Erfolg. Aus Frust darüber entwickelte er ein äusserst wichtiges Gerät.

sam
Der Absturz einer solchen Maschine führte zur Entwicklung der Black Box: De Havilland DH 106 Comet.
Der Absturz einer solchen Maschine führte zur Entwicklung der Black Box: De Havilland DH 106 Comet.

Der Erfinder der Blackbox, David Warren, ist im Alter von 85 Jahren in Melbourne gestorben. Der Australier hatte den Flugdatenschreiber vor mehr als 50 Jahren entwickelt - aus Frust darüber, dass Ermittler bei einem Flugzeugabsturz im Wrack nur noch wenige Anhaltspunkte für die Unglücksursache finden können. «Warren hat mit dem Flugdatenschreiber einen unschätzbaren Beitrag zur Sicherheit in der Luftfahrtindustrie geleistet», teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Warren starb bereits am Montag.

Der aus einer entlegenen Gegend Nordostaustraliens stammende Luftfahrtwissenschaftler hatte 1953 den Absturz einer Maschine vom Typ Comet untersucht, dem ersten Düsenflugzeug der Welt. Weit kamen die Experten nicht, weil sie nicht wussten, was an Bord wohl schief gegangen sein könnte. So kam Warren die Idee, eine Maschine zu entwickeln, die die Stimmen der Piloten und Daten der Instrumente aufzeichnet, und die einen Absturz intakt überstehen würde. 1956 war sein Prototyp fertig.

2000 Messwerte

«Es dauerte fünf Jahre, bevor der Sinn und Zweck eines solchen Schreibers erkannt wurde, und weitere fünf Jahre, bis die Maschine in den Cockpits australischer Maschinen vorgeschrieben wurde», teilte das Verteidigungsministerium mit. Heute gehört sie zur Grundausstattung in praktisch jedem Flugzeug. Der Flugdatenschreiber hält je nach Modell bis zu 2000 verschiedene Messwerte fest - von der Flughöhe über die Geschwindigkeit und den Kurs bis zu Angaben zu den Triebwerken.

Die Blackbox ist übrigens nicht schwarz, sondern meistens grell orange, damit sie in den Wrackteilen nach einem Absturz schnell gefunden werden kann. Flugdatenschreiber werden meist im Heck des Flugzeugs montiert, weil dort keine Tanks in der Nähe sind und das Gerät so bei einem Absturz meist weitgehend intakt bleibt.

(SDA)

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