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Der fliegende Retter der ETH

Zürcher Forscher testen einen neuen Flugroboter. Noch ist «sFly» ein besseres Spielzeug – doch schon bald soll der kleine Katastrophenhelfer schwere Mängel seiner Artgenossen beheben.

Der Flugroboter wiegt nur 1,5 Kilo und hat drei Kameras an Bord: «sFly» wird für die Präsentation startklar gemacht. (23. April 2012)
Der Flugroboter wiegt nur 1,5 Kilo und hat drei Kameras an Bord: «sFly» wird für die Präsentation startklar gemacht. (23. April 2012)
Walter Bieri, Keystone
Noch in der Testphase: Ein ETH-Mitarbeiter mit dem 50 Zentimeter kleinen «sFly». (23. April 2012)
Noch in der Testphase: Ein ETH-Mitarbeiter mit dem 50 Zentimeter kleinen «sFly». (23. April 2012)
Walter Bieri, Keystone
... an den Bodencompuer. Dort werden die Informationen in 3D dargestellt: Ein ETH-Forscher überwacht einen Testflug. (23. April 2012)
... an den Bodencompuer. Dort werden die Informationen in 3D dargestellt: Ein ETH-Forscher überwacht einen Testflug. (23. April 2012)
Walter Bieri, Keystone
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Die ETH Zürich hat heute einen Mini-Helikopter vorgestellt, der sich ohne GPS und Fernsteuerung in zerstörten Gebäuden bewegen kann. Flugroboter wie der «sFly» könnten dereinst bei Katastrophen eingesetzt werden, wenn es für Hilfsskräfte zu gefährlich wird.

Manchmal sind Einsätze auch für Rettungskräfte zu heikel, etwa wenn ein Gebäude einsturz- oder explosionsgefährdet ist. Die Forscher der ETH haben bei diesem Projekt aber auch grössere Katastrophen im Hinterkopf, so etwa die Atomkatastrophe in Fukushima, bei der das Ausmass der Zerstörung längere Zeit unklar war.

Das Problem der Verbindung

Fluggeräte, die Videoaufnahmen liefern, gibt es zwar bereits heute, doch sind diese auf GPS und eine Verbindung zur Bodenstation angewiesen. Innerhalb von Gebäuden, in engen Strassenschluchten oder hinter dicken Mauern versagen sie oft den Dienst.

Nicht so der «sFly», der keine Verbindung zu einer Bodenstation und kein GPS-Netz braucht, um sich orientieren zu können. Der Mini-Helikopter verfügt über drei Kameras, mit denen er seine Position und seine Flugbewegungen in Echtzeit berechnen kann.

Situation wird in 3-D dargestellt

Das 1,5 Kilogramm schwere Fluggerät, das seinen eigenen Computer mit sich trägt, bemerkt also, ob es direkt auf ein Hindernis zusteuert und wo sich ein Durchgang befindet. Auch auf Windböen kann es reagieren und selber Gegensteuer geben.

Mit seinem Durchmesser von nur 50 Zentimetern ist der «sFly» klein genug, um in engen, verwinkelten Räumen zu manövrieren. Was er mit seinen Kameras festhält, übermittelt er anschliessend über WLAN an einen Bodencomputer. Dieser stellt die Situation in 3-D dar.

Einsatzbereit in naher Zukunft

Es sei erst ein Forschungsprojekt, das die technischen Möglichkeiten ausloten wolle, sagte Roland Siegwart, Leiter des Labors für Autonome Systeme, bei der Vorführung auf dem Trainingsgelände der Zürcher Blaulicht-Organisationen. Man hoffe aber, dass dieses Projektes in nicht allzu ferner Zukunft eine wichtige Hilfe sein könnten.

Bereit für den Ernstfall ist der «sFly» allerdings noch nicht. Weil die Akkus noch zu wenig leistungsfähig sind, müssen sie jeweils schon nach kurzer Zeit gewechselt werden. Um dereinst ganz unabhängig von einer Stromzufuhr zu sein, forscht die ETH auch an einem Solarmodell.

SDA/ami

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