Das irdische Wasser kam nicht von Kometen

Das an der Uni Bern entwickelte Messgerät Rosina hat das Wasser auf dem Kometen «Chury» analysiert. Fazit: Es unterscheidet sich signifikant vom irdischen Wasser.

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Die Frage nach der Herkunft des Wassers auf unserem Planeten ist eine der wichtigsten im Zusammenhang mit der Entstehung der Erde und des Lebens. Die gängige Theorie lautet: Das Wasser auf der Erde gelangte durch Einschläge von Kometen und Asteroiden auf unseren Planeten. Das an der Universität Bern entwickelte Messinstrument Rosina liefert seit ein paar Wochen Daten vom Kometen Churyumov-Gerasimenko. Das Experiment hat nun bezüglich der Herkunft des irdischen Wassers neue Erkenntnisse gebracht. Die gängige Theorie muss umgeschrieben werden. Das irdische Wasser stammt nicht von Kometen.

Zwar gibts auf dem Kometen «Chury» Wasser, aber es unterscheidet sich signifikant vom irdischen. Das zeigen Messungen der Isotopenverhältnisse, womit man Rückschlüsse auf die Herkunft unseres Wassers ziehen kann. Die neuen Erkenntnisse wurden an der Uni Bern vorgestellt, sie werden in der neusten Ausgabe des Magazins «Science» publiziert.

Die Erde wurde bombardiert

Aufgrund der neuen Einsichten müsse davon ausgegangen werden, dass die Lieferanten des irdischen Wassers die Asteroiden sind, meint Rosina-Projektleiterin Kathrin Altwegg. Asteroiden, die der Erdumlaufbahn näher als Kometen sind, sind grösser als Meteoriten aber kleiner als Zwergplaneten. Sie besitzen heute kein Wasser mehr, weil sie sich zu nahe an der Sonne bewegen.

«Vor 3,8 Milliarden Jahren gabs ein Bombardement, es regnete solche Kleinkörper auf die Erde», sagt Altwegg. Dieser Vorgang habe 50 Millionen Jahre gedauert, und alle zwanzig Jahre seien ein paar Kilometer grosse Brocken gefallen. Die Erde selbst besass in ihrer Frühphase selbst auch Wasser, das aber verloren ging. Möglich sei, meint Kathrin Altwegg, dass nicht nur die Asteroiden das Wasser gebracht haben, sondern dass die Erde einen Teil ihres ursprünglichen Wassers in Mineralien und an den Polen bewahren konnte.

Die Kometen-Mission dauert an. Das Berner Instrument, das sich im Mutterschiff in einer Distanz von 20 Kilometern zum Kometen befindet, liefert täglich Daten. «Und wir werten sie täglich aus, auch am Wochenende», sagt Weltraumforscherin Kathrin Altwegg. Sie hofft zudem, dass das stumme Landegerät Philae wieder aktiviert werden kann. Für Altwegg stehen die Chancen allerdings nicht so hoch, «ich schätze sie auf zwanzig Prozent.»

Berner Zeitung

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